Winter is coming.

Dienstags ist Homeoffice-Tag und heute morgen bin ich noch ein paar Minuten Spazieren gegangen, bevor es an den Schreibtisch ging. Lausig kalt war es, das Thermometer zeigte -7°C. Aber wunderschön sah es aus. Der Frost knirschte unter meinen Schuhen. Eiskristalle hatten sich überall an Blättern und Zweigen gebildet. Nebel stieg aus den Feldern auf und wurde von der aufgehenden Sonne geheimnisvoll angeleuchtet.

Und bei einem Blick über das Dorf und die vielen  Schornsteine, aus denen Dampf aufstieg, wurde es mir wieder einmal bewusst, wie gut es uns geht.

Habt eine schöne Adventszeit!

Self Employment Tax Form - Schedule SE

Dear fellow readers, as you might have noticed, this blog post is in English. It’s a follow up to my last post but also part of my application at the  Toptal Web Engineering Network. So don’t shy away, just read on, my dear.

Being in the middle of a frustrating process of applying for jobs which I am not sure I really want, I am considering going freelance and doing contract work.

The thought of being responsible for yourself is intriguing. Working on projects you picked yourself, being able to work from home, making your own schedule, having a healthy work-life balance – all this sounds like a dream job, especially when you have kids and practically run the family.

I know what what I can do. I love to code. I adore all things Web. I know I really have fun working on such projects. I am super-productive when it comes to that.

The interviews I have been to during the last weeks have been often frustrating. Employers trying to convince me that I am not suitable for the job or the money I want to earn, that I am too inexperienced and basically know nothing about the world outside academia. Like I am the Jon Snow  in a Game of Office Chairs. It’s not like I have been living in a hole in the ground the last 36 years of my life. I know what’s going on. I know what I am good at. I know what I am able to learn quickly. Whenever I do some work for others, build Web sites, create something, they appreciate the work I do and that is what I want. To do work that helps others and not to be made small by superiors.

The thought of being self-employed is also scary as hell. When you start reading about all the rules and requirements for opening a small company or registering as a freelancer you really start to think twice. Everything seems to be extremely risky, you have to earn money right from the start to be able to pay for your health insurance, retirement funds, taxes, and maybe earn a bit on the side for the pure joy of living.

I am not sure yet, if I can really take the plunge and work as a freelancer. The possible risks make me fringe. But then again, working on my own seems to be really the thing I want to do.

[photo credits: Philip Taylor]

025 - Jobsearch

Mein Vertrag an der Uni endet im Dezember diesen Jahres und ich habe angefangen, mich nach einem neuen Job umzusehen. Einige Vorstellungsgespräche hatte ich schon, von denen die meisten im Prinzip ganz gut verlaufen sind. Bis es dann zum Thema Gehalt ging. Dann kneifen die Firmen den Schwanz ein und speisen einen ab. Bäm. Es ist frustrierend. Schlimm ist eben, dass unsere Gegend wohl ein geringeres Durchschnittsgehalt als andere Gegenden Deutschlands (Süddeutschland!) aufweist. Wir stehen früher auf – damit wir den weiten Arbeitsweg in ein anderes Bundesland pünktlich schaffen. Umziehen ist aber keine Option.

Bei einem Gespräch wurde mir von meinem Gegenüber gesagt, dass meine Gehaltsvorderungen zu hoch sind, ich hätte dazu zu wenig Berufserfahrung. Das war gerade heraus, was ich sehr schätze. Dennoch hat es an meinem Ego gekratzt, wohl auch, weil ich wusste, dass dieser Gegenüber geringer qualifiziert war als ich.

Ich bin wohl durch die letzten Jahre im öffentlichen Dienst einfach immens verwöhnt und habe keine Ahnung von der Welt da draußen. So kommt es mir langsam vor und das ist das Feedback, was man so bekommt.

Mitunter hab ich sogar schon mit dem Gedanken gespielt, mich selbstständig zu machen. Dann liest man sich ein bisschen ein in die Materie, bekommt Angst vor dem hohen Risiko und verschiebt das Vorhaben auf ein ominöses „Später“.

Ich möchte einen guten Job, der mich ausfüllt, der gut mit der Familie vereinbar ist und eben auch angemessen bezahlt wird. Das Gesamtpaket muss passen. Und „unter Wert“ will ich mich natürlich auch nicht verkaufen.

Die Wirtschaft jammert, dass es keine gut ausgebildeten Fachkräfte gibt. Nun, es gibt sie schon, sie kosten nur wohl eben mehr, als sie bereit sind, zu würdigen und zu bezahlen. Kann doch eigentlich nicht so schwer sein.

Muss ich jetzt aus meiner rosa Seifenblase ausbrechen und Kompromisse eingehen, die ich eigentlich nicht eingehen möchte? Bin ich jetzt hochqualifiziert für nix? Oder halt ich einfach noch ne Runde die Füße still und harre der großartigen Dinge, die da kommen mögen?!

[photo credits: Julie Walraven]

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Das Blog dümpelt mal wieder vor sich und wird seit Wochen nur mit meinen Instagram-Fotos gefüllt. Ich hab Instagram mal abgekoppelt, weil es mich mittlerweile nervt. Die Fotos sind immer noch hier zu finden, nur eben nicht mehr als Content, sondern im Widget links in der Menüleiste.

Ich schreibe gerade ganz viel. Nicht nur an meiner Dissertation, sondern auch so, nebenher. Persönliches Zeug in Notizbüchern. Dinge, die zu persönlich sind, um sie hier reinzustellen. Das ist zumindest mein Gefühl. Vielleicht bin ich auch herausgewachsen aus diesem ganzen Befindlichkeitsbloggen? Andererseits liebe ich es, hier in alten Einträgen zu lesen und in Erinnerung zu schwelgen. Ich weiß nicht, ob ich das hier verbloggen möchte. Also, vielleicht kommt hier mal wieder was anderes, vielleicht auch gar nichts. Seid gespannt! *hrhrhr*

Und was geht sonst so? Wie gesagt – Dissertation. Die Uhr tickt mittlerweile ganz laut. Ende des Jahres wird mein Vertrag an der Uni ausgelaufen. Bis dahin sollte ich mit der Diss fertig sein. Bis dahin sollte ich auch einen neuen Job gefunden haben. Wohin es mich verschlägt? Keine Ahnung. Ich weiß, dass ich in der Region bleiben muss will. Das ursprüngliche Gefühl war: ich will nicht weg von der Uni. Ich mag meinen Arbeitsplatz hier. Ich habe tolle Kollegen, unterrichte gern die Studis und habe sonst ziemlich viele Freiheiten. Mittlerweile kitzelt es aber doch so ein kleines bisschen und ich freue mich auf neue Aufgaben. Nur wie die aussehen werden, das weiß ich nicht nicht. Wenn man sich so Stellenanzeigen durchliest, habe ich ganz oft das Gefühl, dass ich viel zu wenig kann und weiß, weil die Anforderungen an die Bewerber teilweise doch recht umfassend und speziell sind. Naja ich werde schon was finden. Unterrichten könnte ich mir vorstellen, als Trainerin für Firmen oder in der Erwachsenenbildung. An Softwareprojekten arbeiten – irgendwas mit Webtechnologien oder ähnlichem. Ach das wird schon. (und vielleicht ergibt sich ja doch noch etwas an der Uni)

Ich muss mich mal von dem vielen auferlegtem Ballast befreien. Starre Zeitvorgaben für meine wenige Freizeit klappen nicht, dessen bin ich mir mal wieder bewusst geworden. Starre Trainingspläne, von denen ich mir versprochen habe, dass sie mir Routine bringen, krieg ich einfach nicht unter und machen ganz viel Frust. Weg damit! Ich lade mir nichts auf, was mich selbst enttäuscht. Das ist mir viel zu anstrengend. In meiner Freizeit kann ich kein „Du musst“ gebrauchen, das habe ich mit Job und allen Alltagsdingen schon zur genüge.

„Wenn Du Lust hast“ und „wenn du dich danach fühlst“ kann ich viel besser gebrauchen. Vielleicht klingt das jetzt nach Ausreden oder Schwäche, aber so what. Ich weiß was mir gut tut. Mir tut es gut, laufen zu gehen. Ja ich liebe das, meine Seele baumeln zu lassen und meine Schritten zu lauschen, während um mich herum der Wald vor sich hin raschelt und zwitschert. Toll! Was mir nicht gut tut ist „Es ist jetzt schon 20:00 Uhr, du musst noch ne Maschine Wäsche zusammenlegen und eigentlich musst du auch noch 5km laufen gehen.“ Was ich tue? Natürlich die Wäsche zusammenlegen (sonst haben wir am nächsten Tag nix zum anziehen, was auch irgendwie blöd wäre) und dann mit Buch im Bett kollabieren. Mit einem Gefühl des Versagens, weil ich den Plan nicht eingehalten habe. Möööp, fällt aus. Hab ich keine Lust drauf.

Also, aller Ballast wird über Bord geworfen, ich reboote mal und bin einfach mal entspannt. Ready, steady, go!

[photo credits: David Pursehouse]