It's time to shift time

75% Prozent der Deutschen lehnen laut einer Radiomeldung von heute morgen die Sommerzeit ab. Ablehnen? Heißt das, die machen nicht mit? Oder mögen sie die Sommerzeit einfach nicht?

Ja, irgendwie nervt es schon ein paar Tage, den eigenen Biorhythmus zu überzeugen, dass die “verlorene” Stunde der Zeitumstellung nicht das Ende der Welt bedeuten. Aber ganz ehrlich? Ich liebe Sommerzeit!!

Sommerzeit heißt für mich: mehr Licht – vor allem Abends, wärmere Temperaturen, mehr draußen sein und auch irgendwie mehr Gelassenheit. Jetzt kommt meine Zeit, wo ich meine Winterschlafhöhle verlasse und aktiver bin. Der Garten lockt und man kann mit den Kindern mehr draußen spielen, ohne 5 Schichten regenabweisender Kleidung tragen zu müssen. Das Leben findet wieder mehr draußen statt. Ich freue mich über die Sommerzeit.

Und ihr so? Findet Ihr Sommerzeit auch so toll wie ich? Oder gehört ihr eher zu denen, die die Zeitumstellung ablehnen?

[photo credits: Stéfan]

Banksy's caveman

So, damit sind die magischen vier Wochen hinter uns und irgendwie ging das dann doch sehr schnell. Es gibt nicht wirklich viel herausragendes zu berichten, was ich in den Wochen zuvor noch nicht getant habe. Subjektiv fühle ich mich besser, ich bin nicht mehr so groggy wie noch am Anfang und meine Haut im Gesicht ist besser geworden, finde ich.

Ab der kommenden Woche gibt es wieder ab und zu Milchprodukte, aber im großen und ganzen werden wir diese Ernährungsweise beibehalten. Vielleicht geben wir dem ganzen nicht mehr den Stempel “paleo”, sondern fassen das ganze eher unter “Real food” zusammen – Gerichte aus frischen Zutaten, keine Chemie, kein Zucker. Das tut uns sehr gut. Das schließt dann auch nicht aus, dass es mal eine Erbsensuppe (mit in Molke eingeweichten Erbsen, um Antinährstoffe einzudämmen) oder ein Sauerteigbrot (selbstgebacken, versteht sich) gibt. Aber vor allem eben viel frisches Gemüse, Eier, Fisch und Fleisch. Sich mal ein wenig traditionelle Rezepte und Zubereitungsmethoden anzuschauen, schadet auch nicht.

Ich habe in der Zeit meinen Kaffeekonsum um 2/3 verringert, was mir auch gut tut – nachdem ich in der ersten Woche doch ziemlich mit Koffein-Enzugserscheinungen zu kämpfen hatte. Jetzt gibt es morgens Tee statt Kaffee, dafür aber nach dem Mittagessen einen Becher Kaffee mit Milch als Nachtisch.

Ich kann also sagen, dass das Experiment erfolgreich war und wir uns eine neue Ernährungsweise angeeignet haben, die wir beibehalten werden. Und ganz nebenher bin ich auch noch 4 Kilo leichter – bye bye Winterspeck!

[photo credits: Lord Jim]

Banksy's caveman
So langsam kehrt Routine ein und ich merke, dass es mir gut tut,  etwas entspannter mit der ganzen Geschichte umzugehen. Ich fühle mich auch nicht mehr so müde und lethargisch, aber so richtig voller Energie auch nicht. Mehr so … normal :) Vielleicht kommt das ja, wenn endlich der Frühling zeigt, was für ein Wetter er kann und ich ein bisschen mehr Sonne abkriege. Der Garten ruft schon und die ersten Sachen habe ich im Gewächshaus schon ausgesät.

Ich muss sagen, es gibt schon sehr viele leckere Paleo-Gerichte mit frischem Gemüse, Fleisch und Fisch, aber so einige “Nachbauten” von herkömmlichen Gerichten gehen mal so gar nicht. In der letzten Woche haben wir mal eine Paleo-Pizza probiert mit einem Boden aus Blumenkohl und Ei. Es hat jetzt an sich nicht schlecht geschmeckt, aber es war eben keine Pizza. It’s just not the same.

Besonders toll war die E-Mail eines Kollegen, der anlässlich seines Geburtstags zu Paleo-Kuchen einlud. Nun gut, das ganze entpuppte sich als Kuchen ohne Boden AKA frisches Obst, aber das war ganz großartig. Sogar eine Kokosnuss war dabei, die dann unsere Techniker nach YouTube-Anleitung mit einem Hammer zerlegt haben^^

Die letzte Woche ziehen wir jetzt nochmal 100% durch, danach werden aber sicherlich ab und zu auch wieder Gerichte in unseren Speiseplan auftauchen, die nicht paleo-konform sind – wie z.B. mal eine Pizza (aber eben nicht jede Woche). Wir werden sicherlich eher der “primal”-Variante folgen, in der auch Milchprodukte erlaubt sind, die fehlen einfach. Der Schluck Milch am Kaffee, mal ein Joghurt oder ein bisschen Feta am Salat möchte ich doch gern wieder haben und ich habe ja auch keine Probleme mit Milch.

Was die Challenge auf jeden Fall gebracht hat, ist das bewusstere Essen und Zutatenlisten lesen beim Einkaufen. Man glaubt ja gar nicht, wo tatsächlich überall Zucker drin ist. In Wurst, sogar in Schinken, sauren Gurken, Senf, Rotkohl im Glas und was weiß ich noch wo. Total irre! Und dann hatte ich letztens einen leeren Karton einer TK-Torte in der Hand und las aus Neugier die Zutatenliste. Ich hätte ja nie vermutet, was das für eine Chemiebombe ist – 30 verschiedene Zutaten!!!1einseinself O_o

Was ich nach wie vor überraschend finde, ist, wie gut man als Deutscher, der ja quasi mindestens 10 verschiedene Brotsorten schon mit der Muttermilch aufgesogen hat, auf Brot verzichten kann. Das klassische belegte Brot als Frühstück oder Abendessen ist gar nicht so toll, da gibt es viel bessere Sachen, die man stattdessen essen kann.

Also, auf geht’s in die vierte und letzte Woche des Experiments!

[photo credits: Lord Jim]

Banksy's caveman

Ups, ich bin etwas spät dran mit dem Bericht von Woche 2.

Soweit gibt es auch gar nicht so viel zu berichten. Wir essen weiterhin nach Plan viel frisches Gemüse, Eier, Fleisch und sonst nicht viel weiter. Aber ich muss sagen, Woche 2 fand ich schwerer als die erste Woche, weil ich langsam doch einen Jieper auf Kaffee, Milch und auch ein bisschen Süßes kriege. Am Samstag hatte ich ein Paleo-Bananenbrot gebacken, das war schön süß durch die reifen Bananen, das hat das Verlangen nach Süßem sogar noch verstärkt. Heute hatten wir auf Arbeit eine  Geburtstagsrunde und ich hab sogar vom Kuchen probiert und eine Tasse Kaffee getrunken – ganz entspannt (auf die belegten Brötchen hab ich allerdings verzichtet). Lustigerweise hab ich mich heute Nachmittag besser gefühlt, wacher und besser drauf. Vorher war ich irgendwie lethargisch und ewig müde. Vielleicht lags am Kaffee, vielleicht auch daran, dass ich heute endlich ein wichtiges Paper final zur Veröffentlichung eingereicht habe und so für den Moment ein bisschen Last von meinen Schultern gerutscht ist. Auf jeden Fall geht’s morgen ganz ohne Zucker und Getreide weiter :)

Wir ziehen die restlichen 14 Tage der Challenge jetzt auch noch durch. Ein paar Aspekte werden wir sicherlich dauerhaft in unseren Lebensstil aufnehmen, aber nicht alles für immer 100%. Ich glaube, es ist besser, ganz entspannt mit der Sache umzugehen und sich auch mal was zu erlauben, als sich zu stressen und letztendlich mit irgendwelchem Zuckerzeug vollzufressen, weil man so gefrustet ist. Was mir aber wirklich an Paleo gefällt, ist das viele frische Essen, das bewusste Zeit nehmen zum Kochen und die vielen leckeren Rezepte, die man in Büchern und im Netz so findet. Das macht Spaß und ich freue mich schon auf dem Sommer, wenn das Gemüse aus dem eigenen Garten auf den Tisch kommt. Auf gehts, die dritte Woche läuft.

[photo credits: Lord Jim]