Seit Samstag haben wir nun ein neues Familienmitglied. Unser kleiner Labrador-Mix-Welpe Scotty ist bei uns eingezogen. Wir waren alle sehr aufgeregt. Die Kinder haben in der Woche vorher jeden Tag gefragt, wie oft sie noch schlafen müssen, bis wir Scotty abholen.

Die Heimfahrt war dann auch wirklich aufregend, der kleine Wauz hat sich kurz vor der Ankunft zu Hause übergeben müssen – die Schaukelei war er einfach noch nicht gewohnt. Gott sei dank war ich vorbereitet und hatte nicht nur eine Decke, sondern auch Handtücher dabei, so dass wir das Malheur schnell beseitigen konnten.

Zu Hause wurde dann erstmal ganz viel rumgeschnüffelt und der Kater begrüßt. Der ist von dem kleinen Energiebündel  noch mäßig begeistert und macht einen großen Bogen um Scotty. Wenn er ihm doch mal zu nahe kommt, faucht Luna ihn an und sucht das Weite. Er braucht wohl noch ein bisschen, um sich an den neuen Mitbewohner zu gewöhnen. Wir allerdings auch. Alles ist wieder ein bisschen anders, fast als ob man nochmal ein Baby im Haus hat, auf dessen Zeichen man erst lernen muss zu achten. So ging das ein oder andere Häufchen bisher nicht in den Garten sondern ins Haus. Wir üben noch.

Die erste Nacht war OK, Scotty hat bis 5 Uhr geschlafen und wurde dann unruhig. Ich hab ihn mir geschnappt und in den Garten verfrachtet, wo er brav sein Geschäft erledigt hat und wir dann nochmal bis 8 Uhr geschlafen haben.

Unsere erste gemeinsame Woche wird spannend – der Liebste ist auf Dienstreise so dass ich den Alltag mit Kindern, Kater und Welpe nun erstmal allein stemmen muss. Ich versuche, entspannt zu bleiben – irgendwie geht das schon und die Kinder sind ja auch nicht mehr so ganz klein. Besonders der Große ist stolz wie Bolle, nun einen Hund zu haben und räumt sogar freiwillig Häufchen weg, so lange er die coole Leckerli-Tasche mit der Rolle Kacktüten mit sich rumschleppen darf.

Heute morgen ist Scotty sogar schonmal 10 Minuten allein geblieben, als ich Kind 2.0 in die Kita gebracht habe. Er lag brav im Flur auf seiner Decke und hat sich mit seinem Spielzeug beschäftigt. Er steht – wie wohl alle Welpen dieser Welt – total auf Schuhe und hatte sich auch meine Sandalen geschnappt, die aber das ganze unbeschadet überstanden haben.

Am Samstag geht es in die Welpenschule, mal sehen, wie das wird. Ich bin gespannt.

 

Ich habe mein Facebook-Profil deaktiviert. Obwohl ich auf Facebook sehr aktiv war – Beiträge geschrieben, geteilt, geliked, Nachrichten geschrieben.

Obwohl? Nein, eher genau deswegen. Zu groß war die Ablenkung. Da war so ein nagendes Gefühl im Hinterkopf, dass mich innerlich dazu zwang, ständig nachzuschauen, ob nicht jemand meinen Status geliked hat oder ob es nicht ein neues süßes Katzenvideo gab.  Völlig sinnloses Zeug. Meine sowieso schon knappe Freizeit wurde von geistigem Junk Food gefressen. Und ein paar meiner Gehirnzellen gleich mit. Es hat mir Energie geraubt und mich ausgepowert – dieses ständige Unter-Strom-Sein, ständig in der Erwartungshaltung, dass irgendwas passiert.

Ich wollte das nicht mehr. Ich habe gemerkt, dass mir das nicht gut getan hat. Die ständige Ablenkung von Arbeit und anderen wichtigen Aufgaben haben an meiner Aufmerksamkeit geknabbert und ich konnte mich nicht mehr richtig konzentrieren. Ich habe versucht, meine Facebook-Zeit einzuschränken, aber das gelang mir nicht konsequent. Rückblickend fühlte sich das wirklich wie eine Art Suchtverhalten an. Ich konnte nur noch eins tun: die Notbremse ziehen.

Mein Facebook-Account ist deaktiviert. Mein Profil ist nicht mehr sichtbar, man kann mir keine Nachrichten mehr schicken und ich tauche nicht mehr in irgendwelchen Gruppen auf.

Die ersten Tage waren seltsam. Das Verlangen, mal bei Facebook reinzuschauen, war immer wieder da, und dann kam die Erkenntnis, dass es da ja nichts mehr zu schauen gibt.  Ich hatte Angst, ich könnte etwas verpassen – ein Phänomen, das auch unter FOMO bekannt ist (fear of missing out).

Und was ist passiert? Nichts. Die Erde dreht sich weiter, ich verpasse nichts wirklich (und wenn, war es schlichtweg nicht wichtig). Mittlerweile fühle ich mich tatsächlich etwas befreiter. Ich hatte auf Facebook viele „Freunde“, von denen sich tatsächlich nur zwei per Whatsapp erkundigt haben, warum mein Account weg ist. Sie haben es gemerkt, weil sie mir etwas schicken wollten. Der Rest hat es vielleicht einfach noch nicht bemerkt, oder es ist einfach egal. Diese Vernetzung lässt die Welt näher zusammenrücken, sorgt aber gleichzeit dafür, dass Verbindungen zwischen Menschen weniger stark und zuverlässig sind.

Facebook ist immernoch eine tolle Möglichkeit mit Leuten in Kontakt zu bleiben. Aber das Informationsrauschen war mir einfach zu viel. Ich will das nicht mehr.

In diesem Zusammenhang habe ich letztens ein sehr interessantes Interview gelesen. In „Warum ist Mensch sein zurzeit eigentlich so anstrengend?“ sprechen die  Zeit-Redakteure Tobias Hürter und Max Rauner mit Yuval Harari darüber, welche Anforderungen die Gesellschaft an die Menschen stellt und welche Probleme das mit sich bringt. Eine Passage ist mir besonders im Gedächtnis geblieben und ich denke  nun schon seit einigen Tagen darüber nach. Yuval Harari spricht davon, dass der Mensch durch die Technisierung und Digitalisierung unserer Leben den Kontakt zum eigenen Körper verloren hat. Die ganzen Hilfsmittel – immer verfügbares Wissen und Informationen wie Wikipedia-Seiten und Kalender-Erinnerungen verführen uns zum Faulsein. Auf seine Sinne muss man sich nicht mehr verlassen können. Ich muss mir z.B. keine Termine oder Telefonnummern mehr merken, ist ja alles im Smartphone gespeichert, und das habe ich sowieso immer dabei. Das ist tatsächlich so eine Fähigkeit, die mir abhanden gekommen ist. Ich kann mir keine Termine mehr merken und muss tatsächlich Sonntag abends in mein Handy gucken, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie die kommende Woche wird. Die Achtsamkeit leidet. Details aus Gesprächen gehen in meiner Erinnerung verloren, wahrscheinlich gehen sie unter im Informationsrauschen, mit dem ich mich sonst so zudröhne.

Ich glaub, ich muss mal auf Informations-Diät.

Artikelbild: Free Software Foundation

Nachdem es nun am Wochenende so viel neuen Input zum Optimieren von persönlichen Arbeitsprozessen gab, bin ich beim Implementieren von Inbox Zero auf der Suche nach einer besseren E-Mail-App.

Bisher nutze ich Thunderbbird unter Linux auf dem PC, Apple Mail auf dem Laptop und K-9 auf dem Smartphone. Das ging auch bisher gut, da ich Mails nicht sortiert habe, sondern gegebenenfalls beantwortet und gelöscht. Vor allem war meine Inbox aber einfach nur ein Datendump und davon will ich weg.

Meine heterogene Systemlandschaft macht es mir nun schwer, ein Tool zu finden, dass auf allen Plattformen zufriedenstellend läuft. Dazu kommt noch, dass ich 4 Mail-Accounts habe, die ich auch gern parallel nebeneinander laufen lassen möchte. Unter Thunderbird und Mail ging das durch „Unified View“ bzw. durch die gemeinsame virtuelle Inbox gut, dass ich nur noch an einem Ort meine Mails gecheckt habe. Nun hätte ich aber weitere solcher Unified Ordner wie „To-Do“ oder „Delegiert“, die ich selbst anlegen kann und durch Filter/Shortcuts schnell befüllen kann. Und da wird es dann schwierig.

Meine Anforderungen an eine Mail-App sehen in etwa folgendermaßen aus:

  • muss multiple Accounts unterstützen
  • ich möchte Ordner Account-übergreifend anlegen, wo ich meine Mails nach dem abrufen einsortiere. Diese Ordner können gern virtuell, also sowas wie Smart Folders oder gespeicherte Suchen sein
  • ich muss Filter anlegen können, die eine Aktion triggern, was das Einsortieren in die Folder ermöglicht. Ich möchte also sowas haben wie „Wenn Mail mit XY getagged, dann erscheint sie im virtuellen Ordner „To-Do“
  • Schön wären Tastatur-Shortcuts für das Anlegen solcher Eigenschaften (Tag setzen oder ähnliches), so dass ich bequem meine Mails per Tastatur in die Ordner einsortieren kann
  • Die App sollte ein intuitiv zu bedienendes und minimalistisches Interface haben (da ist K-9 z.B. ganz grauslig)
  • Einfache Integration mit Evernote und Todoist, gern auch mit Instapaper. Bisher hab ich das über E-Mail-Weiterleitungen geregelt, aber bequemer wäre es, wenn ich nur einen Button klicken oder einen Shortcut drücken müsste
  • Die App sollte auf OSX und Android funktionieren oder zumindest ein Web-Interface haben, das man gut von mobilen Geräten aus bedienen kann. (Auf eine Linux-Variante verzichte ich, das ist für mich kein Killerfeature, da ich den PC meistens nur zum Entwickeln benutze und die Chance, dass die App alle Plattformen unterstützt, eher gering ist).

Ein paar Kandidaten hab ich mir angeschaut, aber ich kann es gleich vorweg nehmen – DIE eine richtig gute App hab ich bisher nicht gefunden.

Thunderbird – war mein bisher Mail-Client unter Linux. Mittlerweile kommt mir Thunderbird ziemlich altbacken aus, was nicht nur an der antiken UI liegt. Da fehlt es einfach an Eleganz und Leichtigkeit. Macht keinen Spaß. Sharing-Funktionen zu Evernote oder Todoist gibt es nicht eingebaut und kann nur via E-Mail-Weiterleitung gelöst werden. Unified Folders gibt es nur auf der Standardebene – Inbox, Sent, Junk, etc., ich kann aber keine eigenen Unified Folders anlegen. Ein Workaround wäre, gespeicherte Suchen zu verwenden und die virtuellen Ordner darüber zu realisieren.

Die Mail.app unter OSX ist mein Client auf dem Macbook. Die UI von Mail sieht besser aus, hat aber im Prinzip den selben Funktionsumfang und damit die gleichen Probleme wie Thunderbird. Keine nativen Sharing-Funktionen, keine globalen Unified Folders. Meh.

Dann hab ich mir noch Newton angeguckt. Gefällt optisch sehr gut, hat eine tolle Sharing-Funktion für Evernote und Todoist, dafür kann man weder Filter noch Ordner anlegen. Und dann kostet das ganze Ding auch noch 50EUR im Jahr O_o. Da ist meine Schmerzgrenze dann doch überschritten.

Mittlerweile bin ich auch bereit, zumindest meine privaten Mails in eine Inbox zu konsolidieren, aber sonst hätte ich schon gern eine Trennung von privaten und geschäftlichen E-Mails.

Nun überleg ich, wie ich das ganze eventuell doch mit Evernote und Filterize umsetzen kann. Wenn meine Ordner eben als Notizbücher in Evernote anlege und die per Filterize befülle, ist das vielleicht eine gute Lösung. Ich werde das mal probieren und Euch berichten.

 

 

Am vergangenen Wochenende hat es mich gemeinsam mit Pascal nach Düsseldorf verschlagen. Grund dafür war nicht der Japan-Tag oder die Toten Hosen, sondern die 2. Paperless Pioneers Konferenz (PPC02). Die Paperless Pioneers sind eine deutsche Community, die sich den Themen papierloses Büro, Produktivität und allem drumherum widmet. Ende letzten Jahres habe angefangen, mich stärker für das Thema zu interessieren, was dazu geführt hat, dass ich mittlerweile zertifizierte Evernote-Beraterin und Irgendwie-Mitstreiterin bei filterize bin.

Ich war super-gespannt auf das Konferenzprogramm und natürlich auch darauf, mal ein paar Leute aus der Community „in echt“ kennenzulernen. Mit dem Zug (dank Frühbucher-Rabatt ein sehr günstiges 1. Klasse-Ticket ergattert) ging es Freitag nach Düsseldorf, wo es am Samstag relativ früh mit der Konferenz losging.  Neben einer sehr tollen Location und vielen noch tolleren Leuten gab es großartige Vortäge zu Werkzeugen, Anwendungen und Prozessen, die dich der Vision vom papierlosen Büro ein Stückchen näher bringen.

Zwei Vortäge haben mir besonders gut gefallen und haben noch lange nachgehallt. Der Vortag von Gordon Schönwälder von den Podcast Helden mit dem Titel „Vom Chaoten zum professionellen Berater mit Todoist“ war nicht nur für mich interessant, da ich selber gerade von Wunderlist zu Todoist gewechselt bin (nachdem Microsoft angekündigt hat, das Wunderlist zu „Microsoft To-Do“ wird *örks*). Vor allem die persönlichen Geschichten und  der lockere Vortragsstil von Gordon hat dafür gesorgt, dass sein Vortrag einfach Spaß gemacht hat. Was mir der Talk persönlich gegeben hat – es ist nicht wichtig, welche Priorität die Aufgabe hat, die ansteht – es ist wichtig, dass du sie erledigst. Das klingt jetzt erstmal ein wenig provokant, ist aber folgendermaßen gemeint. Sicher kennt ihr das auch, dass es so Tage gibt, wo man abends das Gefühl hat, dass man nichts geschafft hat. Das liegt oft daran, dass wir ganz viele kleine „unwichtige“ Dinge gemacht haben, die nicht im Taskmanager stehen. Die dicken, „wichtigen“ Aufgaben stehen dann da immer noch und wurden nicht abgehakt. Das ganze suggeriert – du hast heute GAR NICHTS gemacht und das ist das, was dieses ungute Gefühl hinterlässt. Wenn man sich jedoch darauf einlässt, auch die anderen Sachen einzutragen und abzuhaken – „Kinder zum Sport fahren“, „Wäsche waschen“, „für die Familie kochen“, „Wochenplan schreiben“, … – und sich dann mal abends anschaut, was man alles gemacht hat, ist der Tag auf einmal doch gar nicht mehr so unproduktiv gewesen. Das war für mich so ein absolutes Aha-Erlebnis. Der Mann hat recht. Mir geht es oft so, dass ich soviel Alltags-Orga-Kram an der Backe habe, dass ich mit meiner „eigentlichen“ Arbeit nicht so voran komme, wie ich das gerne hätte. Aber das heißt ja nicht, dass ich nichts gemacht habe und den ganzen Tag nur Netflix geguckt hätte. Ganz im Gegenteil – ich hab ne riesige Liste Aufgaben erledigt und abgehakt. Bämm! Ein netter Nebeneffekt ist dann auch noch, dass man bei Todoist jede Menge Karma-Punkte sammelt 😉 (dazu an anderer Stelle mehr).

Der zweite Vortrag, der in meinem Kopf so einiges in Gang gebracht hat, war von Lars Bobach, dessen Blog ich schon seit einer Weile verfolge. Der Titel von Lars‘ Vortrag war „Produktiver und fokussierter Arbeiten – Selbstmanagement im Papierlosen Büro“. Der etwas generische Titel verrät nicht allzu viel von dem, was Lars erzählt hat. Auch hier waren es wieder die persönlichen Anekdoten und Geschichten, die die Message rübergebracht haben. Lars hat darüber berichtet, wie er Meistertask einsetzt, um seine kurz- und langfristigen Ziele zu verfolgen und zu erfüllen. Es war jedoch nicht das Werkzeug oder die Methode, warum mir der Vortrag recht naheging. Zwei Sätze habe ich mir in meinen Vortragsnotizen fett markiert: Die Frage “Was würdest du tun, wenn du wirklich mutig wärst?” und  “Erst ich, dann die anderen. Nur wenn es mir gut geht, kann ich auch dafür sorgen, dass es anderen gut geht.“

Über den ersten Satz habe ich nun schon eine Weile nachgedacht und es arbeitet immer noch – eine Antwort hab ich für mich bisher noch nicht gefunden. Der zweite Satz hat sehr ins schwarze getroffen und mich einigermaßen irritiert – im positiven Sinne. Das war so ein kleines Erdbeben, das mir einiges bewusst gemacht hat und woran ich nun arbeiten werde. Viel zu oft stelle ich vermeintlich wichtigere Dinge vor meine eigenen Bedürfnisse und das tut mir auf Dauer nicht gut. Weder was meine Produktivität angeht, noch meine Gesundheit. Viel zu oft lasse ich das Sporttreiben sausen, weil ich erst noch XY erledigen muss, was gerade weiter oben auf der Prio-Liste steht. Danke Lars für diesen Denkanstoß. Ich kann gar nicht sagen, wie recht du hast. Es ist mal wieder Zeit, die eigenen Prioritäten und Aufgaben einem Realitätscheck zu unterziehen.

Deswegen habe ich nun heute auch den ganzen Tag (und eigentlich auch schon einen Teil des Wochenendes) damit verbracht, meine E-Mail-Inbox leerzuputzen (Inbox Zero) und mein Todoist neu zu sortieren und wirklich alle Aufgabe, vor allem auch private, dort einzutragen. Mein Kopf ist wie wild am Arbeiten, so sehr, dass ich sogar Samstag nacht, als ich völlig übermüdet sehr spät ins Bett bin, nicht einschlafen konnte.

Ich habe mir Lars‘ Implementation von „Getting Things Done“ – „Lars gets things done“ angeschaut und mir da einige Sachen abgeguckt. So richtig rund ist es noch nicht, vor allem mit meiner E-Mail-Konfiguration bin ich noch nicht zufrieden – offenbar sind meine Anforderungen und Systemlandschaft zu speziell für Off-the-shelf-Lösungen. Nun ja, mal gucken. Auch dazu hier an dieser Stelle später mehr.

Als Fazit für die PPC02 kann ich einfach nur ein dickes Danke rausschicken – an die Paperless Pioneers, allen voran André, Enrico, Merlin und Carla, an Pascal, der mir von der Konferenz erzählt hat, an die Vortragenden, die sich an einem Samstag bereit erklärt haben, uns etwas von ihrer Zeit zu geben und natürlich den ganzen Konferenzteilnehmern, die dem ganzen Event eine nette Atmosphäre verliehen haben.

See you 2018 in Berlin auf der PPC03!

Es ist der letzte Tag des Jahres und es wird Zeit, einen kurzen Rückblick zu schreiben.

2016 war unheimlich viel los auf der Welt. Viel Krieg, viel Leid, viel Unsinn und Unglaubliches. Viele Musiker und Schauspieler, die ich gerne mochte, sind gestorben. Was bleibt sind ihre Filme und ihre Musik, durch die sie unvergessen bleiben.



In Syrien herrscht ein Krieg, dessen Kräfte und Positionen ich nicht mehr durchschauen kann. Es bringt den Menschen so unglaubblich viel Leid. Ausgebombte Städte, Menschenopfer, frierende und hungernde Kinder. Das schreibe ich jetzt hier so aus meinem warmen Arbeitszimmer ohne das ich etwas ändern kann, ich kann nur mein Mitgefühl ausdrücken. weiterlesen

Happiness

… läuft’s einfach. Der Tag fing toll an und hörte erfolgreich auf.

Heute morgen die Kinder in die Kita und Schule gebracht und anschließend eine kleine Laufrunde gedreht. Es war ziemlich kalt (-5°C), dicker Raureif war überall auf Ästen, Blättern und Gräsern und zwei frohlockende Rehe kreuzten meinen Weg. Was für eine Idylle! Einfach gut für die Laune.

Während dann zu Hause mein Porridge in der Mikrowelle vor sich hinkochte, fischte ich einen Brief vom Finanzamt aus dem Postkasten – meine Steuernummer für die Umsatzsteuer wurde erteilt. Nun ja, dann kann es wohl so richtig losgehen mit der Selbständigkeit. Vorfreude!

Dann fischte ich noch eine Mail von Runner’s World aus der Inbox, die mich dazu beglückwünschte, dass ich gewonnen hätte und zu den Lesern gehöre, die die neue Polar M600 Smartwatch auf Herz und Nieren testen darauf. Woohooo!!!

Und schließlich ist endlich dieses eine so langsam gewachsene Diss-Kapitel komplett. Yay! Als Belohnung geh ich jetzt früh ins Bett.

[photo credits: Moyan Brenn]

 

Winter is coming.

Dienstags ist Homeoffice-Tag und heute morgen bin ich noch ein paar Minuten Spazieren gegangen, bevor es an den Schreibtisch ging. Lausig kalt war es, das Thermometer zeigte -7°C. Aber wunderschön sah es aus. Der Frost knirschte unter meinen Schuhen. Eiskristalle hatten sich überall an Blättern und Zweigen gebildet. Nebel stieg aus den Feldern auf und wurde von der aufgehenden Sonne geheimnisvoll angeleuchtet.

Und bei einem Blick über das Dorf und die vielen  Schornsteine, aus denen Dampf aufstieg, wurde es mir wieder einmal bewusst, wie gut es uns geht.

Habt eine schöne Adventszeit!

Self Employment Tax Form - Schedule SE

Dear fellow readers, as you might have noticed, this blog post is in English. It’s a follow up to my last post but also part of my application at the  Toptal Web Engineering Network. So don’t shy away, just read on, my dear.

Being in the middle of a frustrating process of applying for jobs which I am not sure I really want, I am considering going freelance and doing contract work.

The thought of being responsible for yourself is intriguing. Working on projects you picked yourself, being able to work from home, making your own schedule, having a healthy work-life balance – all this sounds like a dream job, especially when you have kids and practically run the family.

I know what what I can do. I love to code. I adore all things Web. I know I really have fun working on such projects. I am super-productive when it comes to that.

The interviews I have been to during the last weeks have been often frustrating. Employers trying to convince me that I am not suitable for the job or the money I want to earn, that I am too inexperienced and basically know nothing about the world outside academia. Like I am the Jon Snow  in a Game of Office Chairs. It’s not like I have been living in a hole in the ground the last 36 years of my life. I know what’s going on. I know what I am good at. I know what I am able to learn quickly. Whenever I do some work for others, build Web sites, create something, they appreciate the work I do and that is what I want. To do work that helps others and not to be made small by superiors.

The thought of being self-employed is also scary as hell. When you start reading about all the rules and requirements for opening a small company or registering as a freelancer you really start to think twice. Everything seems to be extremely risky, you have to earn money right from the start to be able to pay for your health insurance, retirement funds, taxes, and maybe earn a bit on the side for the pure joy of living.

I am not sure yet, if I can really take the plunge and work as a freelancer. The possible risks make me fringe. But then again, working on my own seems to be really the thing I want to do.

[photo credits: Philip Taylor]

025 - Jobsearch

Mein Vertrag an der Uni endet im Dezember diesen Jahres und ich habe angefangen, mich nach einem neuen Job umzusehen. Einige Vorstellungsgespräche hatte ich schon, von denen die meisten im Prinzip ganz gut verlaufen sind. Bis es dann zum Thema Gehalt ging. Dann kneifen die Firmen den Schwanz ein und speisen einen ab. Bäm. Es ist frustrierend. Schlimm ist eben, dass unsere Gegend wohl ein geringeres Durchschnittsgehalt als andere Gegenden Deutschlands (Süddeutschland!) aufweist. Wir stehen früher auf – damit wir den weiten Arbeitsweg in ein anderes Bundesland pünktlich schaffen. Umziehen ist aber keine Option.

Bei einem Gespräch wurde mir von meinem Gegenüber gesagt, dass meine Gehaltsvorderungen zu hoch sind, ich hätte dazu zu wenig Berufserfahrung. Das war gerade heraus, was ich sehr schätze. Dennoch hat es an meinem Ego gekratzt, wohl auch, weil ich wusste, dass dieser Gegenüber geringer qualifiziert war als ich.

Ich bin wohl durch die letzten Jahre im öffentlichen Dienst einfach immens verwöhnt und habe keine Ahnung von der Welt da draußen. So kommt es mir langsam vor und das ist das Feedback, was man so bekommt.

Mitunter hab ich sogar schon mit dem Gedanken gespielt, mich selbstständig zu machen. Dann liest man sich ein bisschen ein in die Materie, bekommt Angst vor dem hohen Risiko und verschiebt das Vorhaben auf ein ominöses „Später“.

Ich möchte einen guten Job, der mich ausfüllt, der gut mit der Familie vereinbar ist und eben auch angemessen bezahlt wird. Das Gesamtpaket muss passen. Und „unter Wert“ will ich mich natürlich auch nicht verkaufen.

Die Wirtschaft jammert, dass es keine gut ausgebildeten Fachkräfte gibt. Nun, es gibt sie schon, sie kosten nur wohl eben mehr, als sie bereit sind, zu würdigen und zu bezahlen. Kann doch eigentlich nicht so schwer sein.

Muss ich jetzt aus meiner rosa Seifenblase ausbrechen und Kompromisse eingehen, die ich eigentlich nicht eingehen möchte? Bin ich jetzt hochqualifiziert für nix? Oder halt ich einfach noch ne Runde die Füße still und harre der großartigen Dinge, die da kommen mögen?!

[photo credits: Julie Walraven]

Das Blog dümpelt mal wieder vor sich und wird seit Wochen nur mit meinen Instagram-Fotos gefüllt. Ich hab Instagram mal abgekoppelt, weil es mich mittlerweile nervt. Die Fotos sind immer noch hier zu finden, nur eben nicht mehr als Content, sondern im Widget links in der Menüleiste.

Ich schreibe gerade ganz viel. Nicht nur an meiner Dissertation, sondern auch so, nebenher. Persönliches Zeug in Notizbüchern. Dinge, die zu persönlich sind, um sie hier reinzustellen. Das ist zumindest mein Gefühl. Vielleicht bin ich auch herausgewachsen aus diesem ganzen Befindlichkeitsbloggen? Andererseits liebe ich es, hier in alten Einträgen zu lesen und in Erinnerung zu schwelgen. Ich weiß nicht, ob ich das hier verbloggen möchte. Also, vielleicht kommt hier mal wieder was anderes, vielleicht auch gar nichts. Seid gespannt! *hrhrhr*

Und was geht sonst so? Wie gesagt – Dissertation. Die Uhr tickt mittlerweile ganz laut. Ende des Jahres wird mein Vertrag an der Uni ausgelaufen. Bis dahin sollte ich mit der Diss fertig sein. Bis dahin sollte ich auch einen neuen Job gefunden haben. Wohin es mich verschlägt? Keine Ahnung. Ich weiß, dass ich in der Region bleiben muss will. Das ursprüngliche Gefühl war: ich will nicht weg von der Uni. Ich mag meinen Arbeitsplatz hier. Ich habe tolle Kollegen, unterrichte gern die Studis und habe sonst ziemlich viele Freiheiten. Mittlerweile kitzelt es aber doch so ein kleines bisschen und ich freue mich auf neue Aufgaben. Nur wie die aussehen werden, das weiß ich nicht nicht. Wenn man sich so Stellenanzeigen durchliest, habe ich ganz oft das Gefühl, dass ich viel zu wenig kann und weiß, weil die Anforderungen an die Bewerber teilweise doch recht umfassend und speziell sind. Naja ich werde schon was finden. Unterrichten könnte ich mir vorstellen, als Trainerin für Firmen oder in der Erwachsenenbildung. An Softwareprojekten arbeiten – irgendwas mit Webtechnologien oder ähnlichem. Ach das wird schon. (und vielleicht ergibt sich ja doch noch etwas an der Uni)

Ich muss mich mal von dem vielen auferlegtem Ballast befreien. Starre Zeitvorgaben für meine wenige Freizeit klappen nicht, dessen bin ich mir mal wieder bewusst geworden. Starre Trainingspläne, von denen ich mir versprochen habe, dass sie mir Routine bringen, krieg ich einfach nicht unter und machen ganz viel Frust. Weg damit! Ich lade mir nichts auf, was mich selbst enttäuscht. Das ist mir viel zu anstrengend. In meiner Freizeit kann ich kein „Du musst“ gebrauchen, das habe ich mit Job und allen Alltagsdingen schon zur genüge.

„Wenn Du Lust hast“ und „wenn du dich danach fühlst“ kann ich viel besser gebrauchen. Vielleicht klingt das jetzt nach Ausreden oder Schwäche, aber so what. Ich weiß was mir gut tut. Mir tut es gut, laufen zu gehen. Ja ich liebe das, meine Seele baumeln zu lassen und meine Schritten zu lauschen, während um mich herum der Wald vor sich hin raschelt und zwitschert. Toll! Was mir nicht gut tut ist „Es ist jetzt schon 20:00 Uhr, du musst noch ne Maschine Wäsche zusammenlegen und eigentlich musst du auch noch 5km laufen gehen.“ Was ich tue? Natürlich die Wäsche zusammenlegen (sonst haben wir am nächsten Tag nix zum anziehen, was auch irgendwie blöd wäre) und dann mit Buch im Bett kollabieren. Mit einem Gefühl des Versagens, weil ich den Plan nicht eingehalten habe. Möööp, fällt aus. Hab ich keine Lust drauf.

Also, aller Ballast wird über Bord geworfen, ich reboote mal und bin einfach mal entspannt. Ready, steady, go!

[photo credits: David Pursehouse]