Service

Gestern war ich tanken (yeah, unter €1,50) bei Shell. An die Zapfsäule gefahren, Motor abgestellt, Tankklappe entriegelt. Ich steige aus, da kommt ein rotes Etwas angewieselt: „Guten Tag, ich bin vom Shell Tankwart-Service. Einmal volltanken mit Super?“ Ich war erstmal total perplex und sagte nur kurzangebunden „Ja bitte!“. Klick-klack, Zapfpistole rein in den Tankstutzen, die Zapfsäule rödelt. „Soll ich Scheibenwasser nachfüllen? Mit klarem Wasser oder Sommerklar?“ Mpf wenn ich das gewusst hätte, hätt ich das nicht vor 5 Minuten selbst gemacht. Nun ja, ich hab mich mit der Frau dem Mädel noch ne Weile unterhalten, hat mir noch erzählt, dass sie das als Nebenjob neben der Schule macht. Als mein Tank voll war, drückte sie mir noch ein Kärtchen in die Hand mit nem Strichcode drauf: „Wenn Ihnen der Service gefallen hat, können Sie damit an der Kasse €1 dafür bezahlen. Das ist aber freiwillig, müssen Sie nicht“ Hab ich aber gemacht – für guten Service zahl ich gern! Das ist mal ein gutes Beispiel gegen die ewige Servicewüste Deutschland.

Überhaupt glaube ich, dass mit mehr Jobs im Dienstleistungssektor etwas gegen eben jene Servicewüste getan werden kann und mehr Leute haben einen Job. Das fand ich zum Beispiel in Kanada oder den Emiraten so klasse: Hier ärgere ich mich immer über die Kassiererinnen im Supermarkt, die im Affenzahn die Waren über den Scanner ziehen, so dass man eigentlich nur wahllos das Gekaufte wieder in den Wagen schmeißt, um dann rechtzeitig bezahlen zu können. In Kanada oder den Emiraten stand an jeder Kasse noch jemand, oftmals ein Schüler (Nebenjobber) oder das, was man hier wohl Minijobber nennen würde, und hat einem die Einkaufstüten eingepackt. Nachteil: Man hatte jede Menge Plastiktüten und damit ökologisch unverträglichen Müll. Aber vielleicht gibt es auch dafür Lösungen, Papiertüten, Mietklappboxen oder irgend so etwas.

Aber auf Einkaufstüteneinpacker steh ich echt und würd dafür auch was bezahlen.

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