Alte Filmeffekte mit GIMP – Teil 3

Dieses Posting ist der dritte Teil der Übersetzung des Artikels „Antique Film Effects with The GIMP” von Eric Jeschke, erschienen im LinuxJournal. Mit freundlicher Genehmigung des Autors.
Anmerkung zur Übersetzung: Der Originalartikel stammt aus dem Jahr 2005. Menübeschriftungen und Klickfolgen wurden a
n die derzeit aktuelle GIMP-Version 2.4 angepasst. Weiterhin wird die für Sachtexte im deutschen gebräuchlicherer Man-Form verwendet. Sollte irgendwas seltsam oder holprig klingen, einfach  einen Kommentar hinterlassen, ich bügel es dann glatt 🙂 .

Der Artikel wurde aufgrund seiner Länge in mehrere Teile unterteilt. Hier ist der 3. Teil: Vignettierung.

1. Einleitung und Simulation der Filmkörnung
2. Sepia-Tönung
3. Vignettierung

Vignettierung

Zu guter Letzt wird noch ein Effekt hinzugefügt, der das Bild wirklich aus der Masse herausstechen lässt. Das Bild bekommt eine Vignette, eine Art Spotlight-Effekt, der bewirkt, dass das Auge des Betrachters durch eine allmähliche Abdunklung zum Rand hin auf das Subjekt des Bildes gelenkt wird. Wird eine Vignette dem Bild angemessen und nicht übertrieben erstellt, bemerkt der Betrachter diese Manipulation gar nicht. Diese Technik findet oft Anwendung in der Portraitfotografie.

Im Ebenendialog sollte die Hintergrundebene selektiert sein und mit einem Klick auf den entsprechenden Button im Ebenendialog dupliziert werden. Ein Doppelklick auf den Ebenennamen macht ihn editierbar und man kann ihn z.B. in „Vignette“ ändern. Nun wird mit einem Rechtsklick das Kontextmenü der Ebene aufgerufen und eine Ebenenmaske (Weiß – volle Deckkraft) hinzugefügt.

In der GIMP-Toolbox stellt ein Klick auf die kleinen Farbauswähler die Vordergrundfarbe wieder auf die Voreinstellung schwarz. Jetzt wird das Farbverlaufs-Werkzeug gewählt und in den Optionen „Kreisförmig“ für die Form des Farbverlaufs ausgewählt. Zurück im Bildfenster klickt man in die Mitte bzw. auf die Mitte des Subjekts und zieht die Maus mit gedrückter linker Maustaste in eine Ecke des Bildes, dort kann man die Maustaste loslassen. Im Beispiel wurde in die Mitte des Gänseblümchens geklickt und die Maus zur unteren rechen Ecke gezogen. Die einzige Veränderung, die nach diesem Schritt sichtbar ist, ist ein runder Farbverlauf, der im Icon der Ebenenmaske erscheint, wie es in Abbildung 12 zu sehen ist.

Abbildung 12. Der Ebenendialog, nach dem die Ebene für die Vignette eingefügt wurde.

Abbildung 13. Anpassung der Farbwerte

Zurück im Ebenendialog wird nun wieder die Ebene für die Vignette gewählt – vorher war ja die Ebenenmaske aktiv. Im Bildfenster wird nun der Werte-Dialog geöffnet (RK → Farben → Werte). Der  mittlere graue Schieberegler wird nun nach rechts bewegt (siehe Abbildung 13). Den Effekt dieser Aktion kann man im Bildfenster sehen, so dass man den Schieberegler so bewegen kann, bis man mit dem Ergebnis zufrieden ist. In Abbildung 14 ist das Endergebnis zu sehen. Die Vignette lenkt das Auge des Betrachters auf das Gänseblümchen und erhöht den Kontrast zum Hintergrund.

Abbildung 14. Das fertige Bild mit allen Effekten

Wenn der Farbverlauf auf der Ebenenmaske noch einmal neu gezeichnet werden soll, kann dieser Schritt einfach wiederholt werden: Ebenenmaske anklicken, Farbverlaufstool anklicken und erneut im Bildfenster klicken und ziehen. Der neue Farbverlauf ersetzt den alten auf der Ebenenmaske. (Anm. d. Ü.: Die Farbwertanpassung muss zuvor jedoch rückgängig gemacht werden.)

Das war’s. Zeit, sich zurückzulehnen und auf das getane Werk zurückzublicken. Mit dem Augen-Icon im Ebenendialog kann man die Sichtbarkeit der einzelnen Ebene an- und ausschalten – eine einfache Möglichkeit für eine Vorschau der einzelnen Effekte, die in diesem Tutorial besprochen wurden. Gefällt das Bild besser ohne einen dieser Effekte, genügt es, einfach die entsprechende Ebene zu löschen (Ebene markieren und auf das Mülltonnen-Icon klicken).

Soll das Bild weiter bearbeitet werden, ist es sicherlich eine gute Idee, die Datei unter neuem Namen abzuspeichern und mit Strg+D zu duplizieren und das Bild zusammenzufügen (RK → Bild → Bild zusammenfügen). Dadurch hat man ein gesichertes Ergebnis der vorherigen Schritte, von dem man von neuem Beginnen kann, falls weitere Bearbeitungsschritte schiefgehen. Nun kann man zum Beispiel noch mit Farbton und Sättigung experimentieren, den Kontrast mit Farbwerten und Kurven ein wenig erhöhen oder andere Bearbeitungsschritte am zusammengefügten Bild vornehmen.

Dieses Tutorial hat die Mächtigkeit von Bildebenen aufgezeigt. Obwohl die Bildbearbeitung mit Ebenen mehr Speicher verbraucht, zahlt sich dieser Ansatz durch große Flexibilität aus.

3 Kommentare

  1. Hallo Miss Marple,

    wußte gar nicht, daß Du ein Blog hast, hab es gefunden als ich nach GIMP Hilfe gesucht habe, da ich bei GIMP noch (ziemlich viel!) Hilfe brauche… Habe erst damit angefangen und bin froh, solche Anweisungen zu finden, danke!

    Falls Du Dich fragst, wer ich bin, ich bin auch im Kwerfeldein Forum unterwegs…

    Alles Liebe,
    Yogamupfel

  2. 🙂 Weiß doch wer du bist 🙂
    Fein, wenn die Tips auch anderen helfen. Wobei der Content des Artikels wie gesagt nicht auf meinem Mist gewachsen ist, ich hab den Artikel lediglich von Englisch ins Deutsche übersetzt.

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