Amazon und DHL

DHL ist einer der Logistikpartner von Amazon – neben Hermes. Das ist toll, weil DHL Packstationen hat. Da kann man Pakete abholen, wenn man Zeit hat und nicht wenn eine Filiale offen hat. Zum Beispiel in der Mittagspause.

Bisher hat das auch immer alles ganz toll geklappt. Artikel bei Amazon ausgesucht, bestellt und spätestens zwei Tage später aus der Packstation gefischt. Sollte mal ein Paket zu groß gewesen sein oder aus sonstigen Gründen nicht in die Packstation gepasst haben, wurde es in die nächste Filiale umgeleitet und ich wurde benachrichtigt.

Ich kaufe gern bei Amazon, weil es da quasi alles gibt und ich mir meine persönliche Auswahl auf einen Rutsch bestellen kann, ohne in zig Läden gehen zu müssen um dort den Artikel vielleicht erst in drei Wochen abholen zu können, weil er dort auch erst bestellt werden muss. Ich muss mich auch nicht mit unfreundlichen Verkäufern rumärgern. Ich lese beispielsweise sehr gern englische Bücher. Nun ist die Auswahl an englischer Literatur in deutschen Buchläden naturgemäß eher begrenzt – aber dafür gibt es Amazon.

Wie gesagt, bisher hat das immer gut geklappt. Bis auf letzte Woche. Nachdem mir „The chemistry of death“ von Simon Beckett eine schlaflose Nacht beschert hatte, weil ich einfach nicht aufhören konnte zu lesen, bis ich wusste, wer der Mörder ist, wollte ich mehr. Also bei Amazon die beiden Nachfolgebände „Written in Bone“ und „Whispers of death“ bestellt. Klickerdieklick, bald bekam ich auch schon die Nachricht, dass Amazon die Bestellung versandt hätte. Klasse! Doch am nächsten Tag kam keine SMS, die mir mitteilte, ich hätte eine neue Sendung in der Packstation. Also mal schnell bei DHL mit der Paketnummer gecheckt, wo denn meine Sendung bleibt. Mhh. Status „Rücksendung“ – „Die Sendung entspricht nicht den Versandbedingungen.“ WTF?

Als ich bei Amazon eine Nachfrage gestellt habe, was denn da los sei, teilte mir die freundliche Support-Mitarbeiterin mit, dass DHL gesagt hätte, die Packstation wäre voll und deswegen ging mein Paket zurück. Ich müsste noch einmal neu bestellen, sie kann leider keine Neubestellung auslösen. Tolle Wurst. Naja, dann auf ein neues. Bestellbestätigung, Versandbestätigung — keine SMS von der Packstation. Ein Blick auf den Sendungsstatus sagt mir, dass mein Paket schon wieder zu Amazon zurückgeschickt wurde? Hallo? Gehts noch?

Ich war sauer. Sehr sauer. Leider war der telefonische Kundendienst bei Amazon nicht mehr erreichbar, also schrieb ich eine böse E-Mail und beschwerte mich, was das solle. Amazon bewirbt die Packstation von DHL und dann ist keiner in der Lage, meine Bestellung da einzuliefern? Geht gar nicht!

Die Antwort auf meine Beschwerden und Drohungen war dann überraschend. Man entschuldigte sich in aller Form für die Unannehmlichkeiten und nannte mir nun den Grund für die Rücksendung. Ich hatte meine Bestellung mit der Option „Express-Sendung“ ausgelöst. In der Packstation sind aber nur wenige Plätze für Express-Sendungen reserviert und da diese alle belegt waren, wurde mein Paket schon wieder zurückgeschickt. Das ist ja wohl der Gipfel! Ich bezahle eine Gebühr für die Express-Sendung, was dann dazu führt, dass mich mein Paket gar nicht erreicht?! Hätte ich die Bestellung mit Option „Standard“ verschickt, hätte ich ggf. einen Tag länger gewartet, aber meine Bücher wären definitiv bei mir angekommen?! Muss ich das jetzt verstehen?

Seltsamerweise konnte die Dame von Amazon, die auf meine Beschwerde reagiert hat, nun auch doch von selbst eine  kostenlose Ersatzlieferung auslösen. Was lerne ich jetzt daraus? Dass man immer erst mit der Faust auf den Tisch hauen und damit drohen muss, wo anders einzukaufen ((wenn es denn mal gute Alternativen gäbe … Amazon hat sich da ein ganz schönes Monopol aufgebaut))?

Nun bin ich gespannt, ob meine Bücher doch noch in den nächsten Tagen bei mir eintrudeln. Ich wage es ja gar nicht, zu optimistisch zu sein …

7 Kommentare

  1. Na da drücke ich dir mal die Daumen, daß dieses Mal alles klappt. Ich bin ja zum Glück meistens immer daheim wenn der Paketmann klingelt und ansonsten nimmt bei uns im Haus eigentlich immer wer die Pakete an, daher nutz ich seit ich hier in Magdeburg bin eigentlich die Packstationen gar nicht mehr.

  2. Danke! Wir sind leider fast nie daheim, wenn die Post kommt und immer will ich den Nachbarn auch nicht zumuten, unsere Pakete anzunehmen. Wenn keiner da ist – bei uns auf dem Dorft gibts hier nur so nen kleinen Getränkemarkt, der dann die Pakete lagert, der ist auch nur von zwölf bis mittag auf … da ist die Packstation hinter der Mensa für mich eben sehr bequem zu erreichen – wenn denn alles klappt *seufz*

  3. Das Problem mit den Express-Sendungen und der Packstation besteht bei Amazon schon länger: hier wurde das Paket allerdings nicht zurückgeschickt sondern einfach in eine andere Packstation gepackt – gut 15 km von hier entfernt.
    Auch nicht unbedingt ein toller Service…

  4. Wenn man so wohnt, dass keine Gefahr des Diebstahls besteht, kann man bei seinem Briefträger auch einen „Garagenvertrag“ abschließen, in dem man bestimmt, wo der Bote das Paket ablegen soll, wenn niemand zu Hause ist. Das ist sehr praktisch.

  5. Ja darüber habe ich auch schon gehört, aber ist in einem Mehrfamilienhaus auch nicht so ganz praktikabel.

  6. jaja die Post

    Ich habe vor kurzem auch auf ein Paket von AMAZON gewartet. Laut Sendungsverfolgung am Freitag um 10Uhr ausgeliefert. Natürlich wieder im Nachbarladen, weil ich nicht dar war. Aber den blöden Paketzettel hatte ich erst am Samstag im Briefkasten.

  7. …noch schlimmer als die großen Zusteller sind die kleinen Paketdienste. Hatte schon den Fall, dass ich den Paketzusteller aus dem Fenster gesehen habe, nur geklingelt hat er nicht. Einfach Zettel in den Briefkasten und wieder weg. Erinnerte mich ans Zettelaustragen meiner Jugend.

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