Der Krach der Republik

2013-08-09 16.21.48

Noch ein kurzer Nachklapp vom vergangenen Samstag …

Wir waren ein paar der Leute (ca. 50.000), über die sich der Schockwellenreiter wunderte, dass sie Geld für Tickets ausgeben – wir waren beim Toten Hosen Konzert auf dem Rollfeld des alten Tempelhofer Flughafens. Die schon vorher angekündigten 50.000 verkauften Tickets hatten mich doch ein bisschen in Sorge versetzt, aber gottseidank haben sich die Menschenmassen auf dem riesigen Gelände gut verteilt. Kurz nach halb 5 kamen wir am Gelände an und haben nach einem komplett entspannten Einlass ohne Drängeln und Schubsen sogar ein grünes Bändchen bekommen, mit dem wir in das erste Drittel des Zuschauerbereichs vor der Bühne durften. Eine grandiose Kulisse, die Bühne war direkt vorm Terminal aufgebaut.

Kurz nach 18 Uhr sagte Andi unter Jubel die erste Vorband an und schon legten die Broilers los – netter melodiöser Punk mit Ska- und Rockabilly-Einflüssen. Gefiel Open Air noch besser als beim letzten Hallenkonzert 2012.

Nach kurzer Umbau und Einstimm-Phase sagte Campino persönlich dann die nächste Band an: Kraftklub. Öhm, nun ja. Die Jungs haben sich redlich bemüht, aber die Musik ist nun so gar nicht meins. Und wohl auch nicht die vieler anderer Fans, die gelangweilt auf die Bühne guckten und eigentlich nur auf die Hosen warteten.

Ich weiß nicht genau, wie spät es war, als die Hosen dann endlich auf die Bühen gebrettert sind, da mein Handy sich zwischenzeitlich akkumäßig verabschiedet hatte, aber da ging dann echt der Punk ab und ich habe gemerkt, dass so ein Hosenkonzert genau vor der Bühne absolut kein Kindergeburtstag ist. Während sich bei den Vorbands nur kleine Moshpits gebildet hatten, aus denen man sich noch gut raushalten konnte, ging jetzt ein Geschubse und Geschiebe los, dass ich keine Kontrolle mehr darüber hatte, in welche Richtung ich mich wie wohin bewege. Panik! Der Liebste hat mich dann in Rambo-Manier aus der Menge rausgezerrt und wir haben den Rest des Konzerts von der Seite vor der Bühne genießen dürfen. Puh!

Aber hey, das Konzert war eines der besten Hosen-Konzerte, das ich erlebt habe. Die Leute haben von Anfang bis Ende jeden einzelnen Titel gefeiert, mitgesungen, mitgetanzt, mitgeklatscht. Die Hosen haben tief in die Repertoire-Kiste gegriffen und sowohl Titel vom letzen Album als auch Klassiker wie „Bonnie und Clyde“ oder „Hier kommt Alex“ zum Besten gegeben.

Ein Höhepunkt war sicherlich auch der Auftritt von Jess, seineszeichens Sohn von Drummer Vom, und seiner Freundin Meg, die nur mit Gitarre und Hammergesang „The Lion and the Lamb“ und „Call of the Wild“ spielen. Bevor sie jedoch loslegen dürfen, singen 50.000 Leute für Meg „Happy Birthday“, da an diesem Tag ihren 17. Geburtstag feiert.

Nach drei Zugaben, von denen eine auf einer Minibühne in der Mitte des Zuschauerraums stattfand, ging ein großartiges Konzert zu Ende, das Vorfreude auf das nächste macht.

 

1 Kommentar

  1. Uh, da wär ich auch gern gewesen. Mein letztes Hosen-Konzert gehörte zur Unsterblich-Tour und liegt somit Ewigkeiten zurück. War aber ähnlich großartig. Der große Sohn hat im Kindergarten (von den „Kollegen“) nun auch schon Hosen-Lieder gelernt und schmeißt sich weg vor Lachen, wenn er sagt, wie die Band heißt.

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