Fasten

In der letzten Woche habe ich eine fünftägige Fastenkur gemacht. Da mich einige Leute neugierig gefragt haben, wie ich das gemacht habe, gibt es hier einen kurzen Bericht.
Disclaimer: Ich bin weder Mediziner noch irgendwie therapeutisch ausgebildet. Dieser Post ist ein Erfahrungsbericht und weniger eine Anleitung zum Fasten. Fasten sollten nur gesunde Menschen. Wenn ihr auch fasten wollt, aber euch nicht sicher seid, wie und ob überhaupt, fragt Euren Arzt und lest ein gutes Buch (dazu mehr siehe unten).

Was ist überhaupt Fasten?

Unter Fasten versteht man im Allgemeinen den zeitweiligen Verzicht auf (bestimmte) Speisen, Getränke und/oder Genussmittel.

Warum fasten?

Leute fasten aus verschiedenen Gründen. Beispielsweise gibt es in den Religionen bestimmte Fastenrituale, wie die christliche Fastenzeit nach Aschermittwoch oder den islamischen Ramadan. Andere wollen ein Zeichen setzen und treten aus politischen Gründen in den Hungerstreik. Wieder andere wollen vielleicht einfach mal loslassen und testen, ob sie in der Lage sind, eine Fastenkur durchzuziehen. Viele Fasten, um Gewicht zu verlieren. Auch das Heilfasten, also ein Fasten aus therapeutischen Gründen, ist ein wichtiger Aspekt. Die Gründe dafür, warum Menschen für eine Zeit der Nahrung entsagen, sind vielfältig.

Mein persönlicher Grund für das Fasten war weniger der Gewichtsverlust (obwohl das zugegebenermaßen ein netter Nebeneffekt ist). Ich wollte Heilfasten ausprobieren. Ich leider ein einer Kreuzallergie zu meiner Pollenallergie, die dafür sorgt, dass meine Mundschleimhaut wie irre anfängt zu jucken und anzuschwellen, sobald ich Kernobst esse. Das heißt, keine Äpfel, keine Birnen, etc. ohne allergische Reaktion. Ziemlich doof. Irgendwann find ich an, zu recherchieren, welche Therapiemöglichkeiten es gibt, weil mich das wirklich nervt, dass ich nur wenige Obstsorten essen kann. Und ich bin auf Heilfasten gestoßen. Zunächst klang das etwas … esoterisch, dieses ganze Geschreibse über Selbstfindung und Reinigung des Körpers. Aber meine Freundin hatte schon öfter gefastet, und somit kannte ich das schon ein bisschen und ich lies es einfach auf einen Versuch ankommen. Im letzten Frühjahr habe ich meine erste Heilfastenkur gemacht und das hat überraschenderweise gut funktioniert. Das Fastenbrechen mit einem Apfel verlief gut und ich hatte keine Allergiesymptome. Yippieh!

Leider war das nicht von Dauer, im Herbst bekam ich wieder Allergiesymptome. Also hab ich dieses Frühjahr noch einmal eine Fastenkur gemacht – den Körper resetten und den ganzen Mist, den er so angelagert hat, rausgespülen. Reboot tut gut ;)

Wie fasten?

Es gibt verschiedene Formen des Heilfastens. Der Wikipedia-Artikel zu Heilfasten führt unter anderen auf:

  • Buchinger-Heilfasten mit mit Gemüsebrühe und Säften – mit dieser Fastenform werden den Körper weiterhin eine geringe Menge Kalorien, Vitamine und Mineralstoffe zugeführt und es nicht ganz so “schlimm” für den Kreislauf
  • Fasten nach Mayr mit einer “Milch-Semmel-Diät”
  • Saftfasten
  • Früchtefasten
  • etc.

Ich als Fastenanfänger habe mich für das Buchinger-Heilfasten entschieden. Sehr geholfen hat mir das Buch “Wie neugeboren durch Fasten” von Hellmut Lützner*, das war quasi meine Bibel für die Fastenkur. Neben viel Hintergrundwissen und Plänen für das Fasten gibt es Rezepte für die Gemüsebrühen und Tips für die Tage nach dem Fasten. Basierend auf diesem Buch sah mein Fastenplan wie folgt aus:

Tag Ernährung Bemerkungen
Entlastungstag Morgens: Müsli mit Milch Mittags: kleiner Salat mit wenig OlivenölAbends: Knäckebrot mit Butter, Naturjoghurt mit geschroteten LeinsamenViel Tee und Wasser trinken Am Entlastungstag bereitet man den Körper auf das Fasten vor. Man isst nur wenig und sehr leichte Sachen. Nur essen, bis man satt ist!
1. Fastentag Morgens: Grüner TeeVormittags: WasserMittags: GemüsebrüheNachmittags: Früchtetee

Abends: Saftschorle (250ml Saft 1:1 mit Wasser verdünnen)

Am ersten Tag erfolgt die erste Darmentleerung. Das ist wichtig (wenn auch zunächst seltsam), damit der Darm geleert und damit die ganzen Schlackestoffe ausgeschieden werden. Außerdem sorgt ein leerer Darm dafür, dass man keinen Hunger mehr hat. Dafür gibt es viele Möglichkeiten, ich habe das mit FX-Passagesalz aus der Apotheke gemacht. Den Tag verbringt man am besten zu Hause und bewegt sich nicht zu weit von der Toilette weg.
2. Fastentag Morgens: Grüner TeeVormittags: WasserMittags: GemüsebrüheNachmittags: Früchtetee

Abends: Saftschorle (250ml Saft 1:1 mit Wasser verdünnen)

3. Fastentag Morgens: Grüner TeeVormittags: WasserMittags: GemüsebrüheNachmittags: Früchtetee

Abends: Saftschorle (250ml Saft 1:1 mit Wasser verdünnen)

Darmentleerung
4. Fastentag Morgens: Grüner TeeVormittags: WasserMittags: GemüsebrüheNachmittags: Früchtetee

Abends: Saftschorle (250ml Saft 1:1 mit Wasser verdünnen)

5. Fastentag Morgens: Grüner TeeVormittags: WasserMittags: GemüsebrüheNachmittags: Früchtetee

Abends: Saftschorle (250ml Saft 1:1 mit Wasser verdünnen)

Darmentleerung
1. Aufbautag Morgens: Grüner TeeVormittags: Fastenbrechen mit einem ApfelMittags: GemüsesuppeNachmittags: Tee

Abends: Tomatensuppe. Knäckebrot, Naturjoghurt mit geschroteten Leinsamen

Hurra, es ist vollbracht, nun kann man langsam wieder anfangen mit essen. Ich habe zum Fastenbrechen einen halben Apfel geschafft, dann war ich pappsatt. Aber: keine Allergiesymptome!
2. Aufbautag Morgens: Grüner Tee, Knäckebrot mit KräuterquarkVormittags: Viel trinken (Mineralwasser)Mittags: Blattsalat, PellkartoffelnAbends: Möhrenrohkost, Knäckebrot, Joghurt mit Leinsamen

Was ist sonst noch wichtig?

  • Viel trinken! Das hilft zum einen, den Hunger zu bekämpfen als auch davor, dass der Kreislauf schlapp macht.
  • Ich habe — wohl durch Kaffeeentzug — an den ersten beiden Tagen Kopfschmerzen gehabt. Auch hier hilft viel trinken.
  • Sollte das Hungergefühl zu stark werden, hilft ein Teelöffel Honig. Ab dem dritten Tag hat man meistens gar kein Hungergefühl mehr.
  • Viel Bewegung und frische Luft!
  • Zum Fasten braucht man Ruhe. Das macht man nicht mal eben nebenher. Man sollte sich darauf konzentrieren, sich vom Essen bewusst loszusagen, viel entspannen und möglichst wenig mit Essen in Berührung kommen, zumindest in den ersten drei Tagen. Das ist mir bei dieser Fastenkur leider nicht gut gelungen. Ich hatte zwar extra Urlaub genommen, dann ist aber Kind 2.0 krank geworden und wollte eine Woche lang bekocht und betüddelt werden. Leicht wars nicht!
  • Die Aufbautage sind sehr wichtig, um den Körper wieder an feste Nahrung zu gewöhnen. Auch wenn man große Lust hat, endlich wieder “richtig” zu essen, heißt es auch hier, geduldig sein und dem Körper nicht zu viel zumuten. Ansonsten sind Übelkeit, Kreislaufschwankungen und Magenschmerzen vorprogrammiert!


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[photo credits: Loony Libberswick]

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2 comments

  1. Wow… I don’t know if I can do that! You are very brave. Congratulation! :-)

  2. Thanks. It’s hard, but not impossible. Give it a try, if you want ;) (P.S: I lost 4.5kg in that week, if that motivates you.)

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