Die Paperless Pioneers Conference 2017 (PPC02)

Am vergangenen Wochenende hat es mich gemeinsam mit Pascal nach Düsseldorf verschlagen. Grund dafür war nicht der Japan-Tag oder die Toten Hosen, sondern die 2. Paperless Pioneers Konferenz (PPC02). Die Paperless Pioneers sind eine deutsche Community, die sich den Themen papierloses Büro, Produktivität und allem drumherum widmet. Ende letzten Jahres habe angefangen, mich stärker für das Thema zu interessieren, was dazu geführt hat, dass ich mittlerweile zertifizierte Evernote-Beraterin und Irgendwie-Mitstreiterin bei filterize bin.

Ich war super-gespannt auf das Konferenzprogramm und natürlich auch darauf, mal ein paar Leute aus der Community „in echt“ kennenzulernen. Mit dem Zug (dank Frühbucher-Rabatt ein sehr günstiges 1. Klasse-Ticket ergattert) ging es Freitag nach Düsseldorf, wo es am Samstag relativ früh mit der Konferenz losging.  Neben einer sehr tollen Location und vielen noch tolleren Leuten gab es großartige Vortäge zu Werkzeugen, Anwendungen und Prozessen, die dich der Vision vom papierlosen Büro ein Stückchen näher bringen.

Zwei Vortäge haben mir besonders gut gefallen und haben noch lange nachgehallt. Der Vortag von Gordon Schönwälder von den Podcast Helden mit dem Titel „Vom Chaoten zum professionellen Berater mit Todoist“ war nicht nur für mich interessant, da ich selber gerade von Wunderlist zu Todoist gewechselt bin (nachdem Microsoft angekündigt hat, das Wunderlist zu „Microsoft To-Do“ wird *örks*). Vor allem die persönlichen Geschichten und  der lockere Vortragsstil von Gordon hat dafür gesorgt, dass sein Vortrag einfach Spaß gemacht hat. Was mir der Talk persönlich gegeben hat – es ist nicht wichtig, welche Priorität die Aufgabe hat, die ansteht – es ist wichtig, dass du sie erledigst. Das klingt jetzt erstmal ein wenig provokant, ist aber folgendermaßen gemeint. Sicher kennt ihr das auch, dass es so Tage gibt, wo man abends das Gefühl hat, dass man nichts geschafft hat. Das liegt oft daran, dass wir ganz viele kleine „unwichtige“ Dinge gemacht haben, die nicht im Taskmanager stehen. Die dicken, „wichtigen“ Aufgaben stehen dann da immer noch und wurden nicht abgehakt. Das ganze suggeriert – du hast heute GAR NICHTS gemacht und das ist das, was dieses ungute Gefühl hinterlässt. Wenn man sich jedoch darauf einlässt, auch die anderen Sachen einzutragen und abzuhaken – „Kinder zum Sport fahren“, „Wäsche waschen“, „für die Familie kochen“, „Wochenplan schreiben“, … – und sich dann mal abends anschaut, was man alles gemacht hat, ist der Tag auf einmal doch gar nicht mehr so unproduktiv gewesen. Das war für mich so ein absolutes Aha-Erlebnis. Der Mann hat recht. Mir geht es oft so, dass ich soviel Alltags-Orga-Kram an der Backe habe, dass ich mit meiner „eigentlichen“ Arbeit nicht so voran komme, wie ich das gerne hätte. Aber das heißt ja nicht, dass ich nichts gemacht habe und den ganzen Tag nur Netflix geguckt hätte. Ganz im Gegenteil – ich hab ne riesige Liste Aufgaben erledigt und abgehakt. Bämm! Ein netter Nebeneffekt ist dann auch noch, dass man bei Todoist jede Menge Karma-Punkte sammelt 😉 (dazu an anderer Stelle mehr).

Der zweite Vortrag, der in meinem Kopf so einiges in Gang gebracht hat, war von Lars Bobach, dessen Blog ich schon seit einer Weile verfolge. Der Titel von Lars‘ Vortrag war „Produktiver und fokussierter Arbeiten – Selbstmanagement im Papierlosen Büro“. Der etwas generische Titel verrät nicht allzu viel von dem, was Lars erzählt hat. Auch hier waren es wieder die persönlichen Anekdoten und Geschichten, die die Message rübergebracht haben. Lars hat darüber berichtet, wie er Meistertask einsetzt, um seine kurz- und langfristigen Ziele zu verfolgen und zu erfüllen. Es war jedoch nicht das Werkzeug oder die Methode, warum mir der Vortrag recht naheging. Zwei Sätze habe ich mir in meinen Vortragsnotizen fett markiert: Die Frage “Was würdest du tun, wenn du wirklich mutig wärst?” und  “Erst ich, dann die anderen. Nur wenn es mir gut geht, kann ich auch dafür sorgen, dass es anderen gut geht.“

Über den ersten Satz habe ich nun schon eine Weile nachgedacht und es arbeitet immer noch – eine Antwort hab ich für mich bisher noch nicht gefunden. Der zweite Satz hat sehr ins schwarze getroffen und mich einigermaßen irritiert – im positiven Sinne. Das war so ein kleines Erdbeben, das mir einiges bewusst gemacht hat und woran ich nun arbeiten werde. Viel zu oft stelle ich vermeintlich wichtigere Dinge vor meine eigenen Bedürfnisse und das tut mir auf Dauer nicht gut. Weder was meine Produktivität angeht, noch meine Gesundheit. Viel zu oft lasse ich das Sporttreiben sausen, weil ich erst noch XY erledigen muss, was gerade weiter oben auf der Prio-Liste steht. Danke Lars für diesen Denkanstoß. Ich kann gar nicht sagen, wie recht du hast. Es ist mal wieder Zeit, die eigenen Prioritäten und Aufgaben einem Realitätscheck zu unterziehen.

Deswegen habe ich nun heute auch den ganzen Tag (und eigentlich auch schon einen Teil des Wochenendes) damit verbracht, meine E-Mail-Inbox leerzuputzen (Inbox Zero) und mein Todoist neu zu sortieren und wirklich alle Aufgabe, vor allem auch private, dort einzutragen. Mein Kopf ist wie wild am Arbeiten, so sehr, dass ich sogar Samstag nacht, als ich völlig übermüdet sehr spät ins Bett bin, nicht einschlafen konnte.

Ich habe mir Lars‘ Implementation von „Getting Things Done“ – „Lars gets things done“ angeschaut und mir da einige Sachen abgeguckt. So richtig rund ist es noch nicht, vor allem mit meiner E-Mail-Konfiguration bin ich noch nicht zufrieden – offenbar sind meine Anforderungen und Systemlandschaft zu speziell für Off-the-shelf-Lösungen. Nun ja, mal gucken. Auch dazu hier an dieser Stelle später mehr.

Als Fazit für die PPC02 kann ich einfach nur ein dickes Danke rausschicken – an die Paperless Pioneers, allen voran André, Enrico, Merlin und Carla, an Pascal, der mir von der Konferenz erzählt hat, an die Vortragenden, die sich an einem Samstag bereit erklärt haben, uns etwas von ihrer Zeit zu geben und natürlich den ganzen Konferenzteilnehmern, die dem ganzen Event eine nette Atmosphäre verliehen haben.

See you 2018 in Berlin auf der PPC03!

3 Kommentare

  1. Vielen Dank für deinen Kommentar und für deinen wirklich tollen Vortrag (ich hoffe du ärgerst dich nicht mehr über die Apple Watch).

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