Ich beschäftige mich gerade für meine Dissertation intensiver mit Linked Data. Hier sind ein paar Links zu Dokumenten, die ich für nützlich empfunden habe – vielleicht kann der ein oder andere auch etwas damit anfangen. Ich werde das Posting immer wieder updaten. Du kennst noch ein gutes Tutorial oder Paper zu Linked Data? Dann immer her damit!

Fotos mit selektiver Colorierung, sogenannte Cut-Outs (diese Technik wird auch Colorkey genannt), sind immer ein Hingucker. Dabei handelt es sich um Schwarzweiß-Fotos, bei denen das zentrale Motiv (oder auch ein anderes Element des Bilds) farbig ist. Wie man solche Effekte mit Hilfe von GIMP erzielt, wird in diesem Posting erklärt. Ich zeige hier eine Methode, wie man ein Bild selektiv colorieren kann, das ist natürlich nicht der einzige – viele Wege führen nach Rom …

Butterfly cutout

Zunächst braucht man natürlich erstmal ein Foto, dass man selektiv colorieren möchte. In diesem Tutorial wird als Beispiel das Foto mit dem Schmetterling benutzt, das Ergebnis der selektiven Colorierung ist in dem Foto oben zu sehen.

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Since I want to get deeper into image editing with the GIMP I was surfing aroud the web for tutorials and stuff. I found this wonderful blog from Rolf Steinort full with very useful and also entertaining video podcasts on the GIMP. The podcasts cover one specific topic in each episode, such like how to adjust levels or or how to make your picture ready for the web. It’s very interesting and shows all the little tweaks you don’t know in the first place. Rolf lives in Bremen and is a science teacher.

Dieses Posting ist der dritte Teil der Übersetzung des Artikels „Antique Film Effects with The GIMP” von Eric Jeschke, erschienen im LinuxJournal. Mit freundlicher Genehmigung des Autors.
Anmerkung zur Übersetzung: Der Originalartikel stammt aus dem Jahr 2005. Menübeschriftungen und Klickfolgen wurden a
n die derzeit aktuelle GIMP-Version 2.4 angepasst. Weiterhin wird die für Sachtexte im deutschen gebräuchlicherer Man-Form verwendet. Sollte irgendwas seltsam oder holprig klingen, einfach  einen Kommentar hinterlassen, ich bügel es dann glatt 🙂 .

Der Artikel wurde aufgrund seiner Länge in mehrere Teile unterteilt. Hier ist der 3. Teil: Vignettierung.

1. Einleitung und Simulation der Filmkörnung
2. Sepia-Tönung
3. Vignettierung

Vignettierung

Zu guter Letzt wird noch ein Effekt hinzugefügt, der das Bild wirklich aus der Masse herausstechen lässt. Das Bild bekommt eine Vignette, eine Art Spotlight-Effekt, der bewirkt, dass das Auge des Betrachters durch eine allmähliche Abdunklung zum Rand hin auf das Subjekt des Bildes gelenkt wird. Wird eine Vignette dem Bild angemessen und nicht übertrieben erstellt, bemerkt der Betrachter diese Manipulation gar nicht. Diese Technik findet oft Anwendung in der Portraitfotografie.

Im Ebenendialog sollte die Hintergrundebene selektiert sein und mit einem Klick auf den entsprechenden Button im Ebenendialog dupliziert werden. Ein Doppelklick auf den Ebenennamen macht ihn editierbar und man kann ihn z.B. in „Vignette“ ändern. Nun wird mit einem Rechtsklick das Kontextmenü der Ebene aufgerufen und eine Ebenenmaske (Weiß – volle Deckkraft) hinzugefügt.

In der GIMP-Toolbox stellt ein Klick auf die kleinen Farbauswähler die Vordergrundfarbe wieder auf die Voreinstellung schwarz. Jetzt wird das Farbverlaufs-Werkzeug gewählt und in den Optionen „Kreisförmig“ für die Form des Farbverlaufs ausgewählt. Zurück im Bildfenster klickt man in die Mitte bzw. auf die Mitte des Subjekts und zieht die Maus mit gedrückter linker Maustaste in eine Ecke des Bildes, dort kann man die Maustaste loslassen. Im Beispiel wurde in die Mitte des Gänseblümchens geklickt und die Maus zur unteren rechen Ecke gezogen. Die einzige Veränderung, die nach diesem Schritt sichtbar ist, ist ein runder Farbverlauf, der im Icon der Ebenenmaske erscheint, wie es in Abbildung 12 zu sehen ist.

Abbildung 12. Der Ebenendialog, nach dem die Ebene für die Vignette eingefügt wurde.

Abbildung 13. Anpassung der Farbwerte

Zurück im Ebenendialog wird nun wieder die Ebene für die Vignette gewählt – vorher war ja die Ebenenmaske aktiv. Im Bildfenster wird nun der Werte-Dialog geöffnet (RK → Farben → Werte). Der  mittlere graue Schieberegler wird nun nach rechts bewegt (siehe Abbildung 13). Den Effekt dieser Aktion kann man im Bildfenster sehen, so dass man den Schieberegler so bewegen kann, bis man mit dem Ergebnis zufrieden ist. In Abbildung 14 ist das Endergebnis zu sehen. Die Vignette lenkt das Auge des Betrachters auf das Gänseblümchen und erhöht den Kontrast zum Hintergrund.

Abbildung 14. Das fertige Bild mit allen Effekten

Wenn der Farbverlauf auf der Ebenenmaske noch einmal neu gezeichnet werden soll, kann dieser Schritt einfach wiederholt werden: Ebenenmaske anklicken, Farbverlaufstool anklicken und erneut im Bildfenster klicken und ziehen. Der neue Farbverlauf ersetzt den alten auf der Ebenenmaske. (Anm. d. Ü.: Die Farbwertanpassung muss zuvor jedoch rückgängig gemacht werden.)

Das war’s. Zeit, sich zurückzulehnen und auf das getane Werk zurückzublicken. Mit dem Augen-Icon im Ebenendialog kann man die Sichtbarkeit der einzelnen Ebene an- und ausschalten – eine einfache Möglichkeit für eine Vorschau der einzelnen Effekte, die in diesem Tutorial besprochen wurden. Gefällt das Bild besser ohne einen dieser Effekte, genügt es, einfach die entsprechende Ebene zu löschen (Ebene markieren und auf das Mülltonnen-Icon klicken).

Soll das Bild weiter bearbeitet werden, ist es sicherlich eine gute Idee, die Datei unter neuem Namen abzuspeichern und mit Strg+D zu duplizieren und das Bild zusammenzufügen (RK → Bild → Bild zusammenfügen). Dadurch hat man ein gesichertes Ergebnis der vorherigen Schritte, von dem man von neuem Beginnen kann, falls weitere Bearbeitungsschritte schiefgehen. Nun kann man zum Beispiel noch mit Farbton und Sättigung experimentieren, den Kontrast mit Farbwerten und Kurven ein wenig erhöhen oder andere Bearbeitungsschritte am zusammengefügten Bild vornehmen.

Dieses Tutorial hat die Mächtigkeit von Bildebenen aufgezeigt. Obwohl die Bildbearbeitung mit Ebenen mehr Speicher verbraucht, zahlt sich dieser Ansatz durch große Flexibilität aus.

Dieses Posting ist der zweite Teil der Übersetzung des Artikels „Antique Film Effects with The GIMP“ von Eric Jeschke, erschienen im LinuxJournal. Mit freundlicher Genehmigung des Autors.
Anmerkung zur Übersetzung: Der Originalartikel stammt aus dem Jahr 2005. Menübeschriftungen und Klickfolgen wurden a
n die derzeit aktuelle GIMP-Version 2.4 angepasst. Weiterhin wird die für Sachtexte im deutschen gebräuchlicherer Man-Form verwendet. Sollte irgendwas seltsam oder holprig klingen, einfach  einen Kommentar hinterlassen, ich bügel es dann glatt 🙂 .

Der Artikel wurde aufgrund seiner Länge in mehrere Teile unterteilt. Hier ist der 2. Teil: Sepia-Tönung.

1. Einleitung und Simulation der Filmkörnung
2. Sepia-Tönung
3. Vignettierung

Sepia-Tönung

Nachdem nun eine Schwarzweiß-Version des Fotos erstellt wurde, wird eine Sepia-Tönung hinzugefügt, um dem Bild einen zeitloseren, klassischen Look zu verleihen. Im Ebenen-Dialog sollte die Ebene mit der Filmkörnung selektiert und mit einem Klick auf den Button im Dialog unten kopiert werden. Dadurch wird die gesamte Ebene inklusive der Ebenenmaske dupliziert. Mit einem Doppelklick auf den Namen „Filmkörnung Kopie“ kann dieser etwa in „Sepia Tönung“ geändert werden. Der Modus der Ebene muss auf „Farbe“ geändert werden, dadurch werden Farbton und Sättigung der Sepia-Tönungs Ebene mit dem Wert (Helligkeit) der Ebenen darunter verbunden. Nun wird das Icon der Ebene für die Sepia-Tönung angeklickt.

Über die GIMP-Toolbox wird nun der Farbwahl-Dialog für die Vordergrundfarbe geöffnet. Für die Sepia-Tönung sollten die Werte Rot = 162, Grün = 138 und Blau = 101 gewählt werden, ein Klick auf OK setzt diesen Braunton als aktuelle Vordergrundfarbe. (Diese Einstellung kann selbstverständlich nach eigenem Belieben geändert werden, aber für dieses Tutorial soll das ein guter Ausgangspunkt sein).

Nun wird das Füll-Werkzeug (Farbeimer) in der GIMP Toolbox selektiert und das Bild-Fenster angeklickt. Mit Strg-A wird nun der gesamte Inhalt ausgewählt und mit einem Klick in das Fenster mit der neuen Farbe (Braunton) gefüllt. Der Ebenen-Dialog sollte nun so aussehen wie in Abbildung 10 und das Bild eine Sepia-Tönung wie in Abbildung 11 aufweisen.

Abbildung 10. Der Ebenendialog, nachdem die Sepia-Tönungs Ebene hinzugefügt wurde.

Abbildung 11. Das Bild mit Filmkörnung und Sepia-Tönung.

Die Anwendung der gleichen Ebenenmaske in der Ebene für die Sepia-Tönung wie in der Filmkörnungs-Ebene bewusst gewählt. Im traditionellen Verfahren in der Dunkelkammer erscheint die Sepia-Tönung am stärksten in den mittleren Farbtönen und die helleren und dunkleren Bereiche erscheinen weniger braun. Der gleiche Trick mit Strg-Klick auf die Ebenenmaske – wie im Teil 1 beschrieben – zeigt den Effekt der Maske auf die Sepiatönung. Soll eine stärkere Sepia-Tönung erzielt werden, kann die Ebenenmaske auch gelöscht werden (RK auf das Icon der Ebenenmaske → Ebenenmaske löschen).

Der dritte und letzte Teil des Tutorials beschäftigt sich mit der Vignettierung.

Dieses Posting ist der erste Teil der Übersetzung des Artikels Antique Film Effects with The GIMP“ von Eric Jeschke, erschienen im LinuxJournal. Mit freundlicher Genehmigung des Autors.
Anmerkung zur Übersetzung: Der Originalartikel stammt aus dem Jahr 2005. Menübeschriftungen und Klickfolgen wurden a
n die derzeit aktuelle GIMP-Version 2.4 angepasst. Weiterhin wird die für Sachtexte im deutschen gebräuchlicherer Man-Form verwendet. Sollte irgendwas seltsam oder holprig klingen, einfach  einen Kommentar hinterlassen, ich bügel es dann glatt 🙂 .

Der Artikel wurde aufgrund seiner Länge in mehrere Teile unterteilt. Hier ist der 1. Teil: Einleitung und Simulation der Filmkörnung.

1. Einleitung und Simulation der Filmkörnung
2. Sepia-Tönung
3. Vignettierung

Diese Effekte verleihen Fotos ein klassisches und zeitloses Aussehen.

Einer der vielgepriesenen Vorzüge von Digitalkameras gegenüber klassischen Kameras mit Film ist, zumindest bei niedrigen ISO-Werten, das Fehlen der Filmkörnung, was zu glatten und ruhigen Aufnahmen führt. Die Körnung in traditionellen Filmabzügen oder Scans ist das Ergebnis mehrerer Faktoren, aber rührt hauptsächlich vom Filmmaterial selbst her: lichtempfindliche Partikel, die in Emulsionsschichten auf Zelluloid eingebettet sind. Je größer diese Partikel sind, desto deutlicher ist die Körnung in Filmabzügen zu sehen. Einige hochempfindliche Schwarzweißfilme, zum Beispiel Kodak T-Max 3200, sind besonderes grobkörnig und werden von Fotografen bevorzugt, die den visuellen Effekt, den die Körnung im Bild hinterlässt, bevorzugen.

In der Digitalfotografie ist das Gegenstück zur Filmkörnung das Sensorrauschen. Normalerweise möchte man dieses Rauschen in seinen digitalen Bildern reduzieren, aber manchmal will man seinen Fotos diesen körnigen, verrauschten Look verpassen, so wie man es von Kunsthallen, von der Straßenfotografie und von alten Bildern her kennt. In diesem Artikel wird ein raffinierter Trick zur Simulation von Filmkörnung in sonst unverrauschten digitalen Bildern beschrieben.

Ein weiteres Merkmal der klassischen Fotografie, das den Sprung in die digitale Fotografie geschafft hat, ist die Sepiatönung. Die Sepiatönung wurde ursprünglich entwickelt, um die Archivierungsdauer der frühen silberbasierten Schwarzweiß-Abzüge zu verlängern. Dieser Prozess hat den Effekt, dass die Silberkörnung im Filmabzug in Silbersulfid umgewandelt wird, das haltbarer als Silber ist und damit den unaufhaltsamen Prozess chemischer Zersetzung verlangsamt. Im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert bot die Sepiatönung auch eine ansprechendere Farbe als reine Schwarzweißfotos. Fotopapiere zu dieser Zeit hatten eine schlechte Qualität und zeigten oftmals eine bräunlich weiße Färbung.

Im herkömmlichen Sepiatönungs-Verfahren wird der entwickelte Abzug vorsichtig in einer Bleichlösung hin- und herbewegt um die metallischen Eigenschaften eines Teils oder aller Silberpartikel zu verändern. Nach dem Wässern wird der Abzug solange in Sepiatoner getaucht bis das gebleichte Silber bis zum gewünschten Grad gefärbt ist.
Zum Schluss wird der Abzug noch einmal gewässert, um überschüssigen Toner zu entfernen, anschließend wird der Abzug getrocknet. Mit dem Übergang zu digitalen Bildern und archivierbarer Pigmenttinte wird Sepiatönung heutzutage fast ausschließlich aus ästhetischen Gründen eingesetzt. Ein Sepia-Foto erweckt einen zeitlosen, klassischen Eindruck. Mit einem mächtigen Bildbearbeitungsprogramm wie The GIMP und einem halbwegs guten Fotodrucker kann eine exzellente Sepia-Tönung erzielt werden, ohne dass sich man mit giftigen, stinkenden Chemikalien herumärgern muss.

In diesem Tutorial wird weiterhin gezeigt, wie man ein Bild mit einem Vignetten-Effekt erzeugen kann, ein weiteres beliebtes Überbleibsel aus der Welt der klassischen Portraits. Vignette meint in diesem Fall nicht einen ovalen Ausschnitt eines Bildes, der zum Rand hin verblasst. Hier geht es um die Objektiv-Vignette, bei der ein spezielles Objektiv oder eine spezielle Objektivblende eingesetzt wird, um einen fließenden Lichtabfall zu den Ecken des Bildes hin zu erzielen.

Simulation der Filmkörnung

Die meisten Menüs in The GIMP kann man erreichen, in dem man mit der rechten Maustaste in das Bild-Fenster klickt. In der folgenden Beschreibung ist der Rechtsklick mit RK abgekürzt. Soll eine bestimmte GIMP-Aktion ausgelöst werden, wird eine Reihe von Menüs oder Tastatur-Kürzeln in Klammern angegeben. Zum Beispiel, eine Bilddatei öffnen (RK → Datei → Öffnen) bedeutet Rechtsklick in das Bildfenster, dort das Menü „Datei“ auswählen und im sich öffnenden Untermenü „Öffnen“. Ist es sinnvoller, eine bestimmte Tastenkombination zu drücken, wird diese angegeben; zum Beispiel bedeutet Bild kopieren (Strg-C) die Strg-Taste gedrückt zu halten und dann die C-Taste zu drücken.

Zu Beginn sollte ein ansprechendes Bild in GIMP geöffnet sein (Abbildung 1).

Abbildung 1. Ein zeitloses Foto.

Soll der Filmkörnungs-Effekt in Schwarzweiß erzielt werden, ist der erste Schritt die Umwandlung des Bilds von Farbe nach Schwarzweiß. Eine einfache Methode für diese Umwandlung ist das Umschalten des Modus auf Graustufen (RK → Modus → Graustufen), was ein befriedigendes Ergebnis für die meisten Bilder erzielt. Bei einigen Bildern führen andere Methoden zu einem besseren Ergebnis. Die flexibelsten Einstellmöglichkeiten für das Schwarzweiß-Bild bietet der Kanalmixer (RK → Farben → Komponenten → Kanalmixer), hier sollte zunächst die Monochrom-Option selektiert werden, Feineinstellungen lassen sich über die Slider für die einzelnen Farbanteile vornehmen. Ein (englisches) Tutorial für die Umwandlung von Bildern in Schwarzweiß befindet sich unter mmmaybe.gimp.org/tutorials/Color2BW.

Nach der Umwandlung in den Schwarzweiß-Modus und wieder zurück nach RGB

Abbildung 2. Nach der Umwandlung in den Schwarzweiß-Modus und wieder zurück nach RGB.

Ist die Umwandlung des Bilds nach Schwarzweiß vollzogen, kann es weitergehen. Wurde die Methode benutzt, bei der der Modus von RGB nach Grautöne umgestellt wurde, ist es notwendig, wieder in den RGB-Modus umzuschalten (RK → Bild → Modus → RGB). Die Schwarzweißfärbung des Bildes bleibt dabei erhalten.

Ein Klick auf den Auswähler der Vordergrundfarbe in der GIMP Toolbox öffnet einen Dialog zur Farbwahl. Hier sollten für die Farben rot, grün und blau jeweils der Wert 128 ausgewählt werden (siehe Abbildung 3). Ein Klick auf OK setzt damit die Vordergrundfarbe in der GIMP Toolbox auf ein neutrales Grau, wie es in Abbildung 4 zu sehen ist.

Dialog zur Auswahl der Vordergrundfarbe

Abbildung 3. Dialog zur Auswahl der Vordergrundfarbe

Abbildung 4. Die GIMP-Toolbox, nachdem die Vordergrundfarbe geändert wurde

Abbildung 5. Der Ebenendialog, nach dem die Ebene für die Filmkörnung eingefügt wurde

Abbildung 5. Der Ebenendialog, nach dem die Ebene für die Filmkörnung eingefügt wurde

Als nächstes wird der Ebenendialog (Strg-L) geöffnet und durch einen Klick auf den entsprechenden Button (in der Abbildung 5 gekennzeichnet) eine neue Ebene erzeugt. Die neue Ebene hat den Namen „Filmkörnung“ und soll mit der Vordergrundfarbe gefüllt werden. Die Bestätigung mit OK bewirkt, dass das Bildfenster grau eingefärbt wird, weil die neu erzeugte Ebene das Bild in der Ebene darunter verdeckt. Nun wird der Ebenenmodus auf „Überlagern“ gestellt (siehe Abbildung 5), das Bild wird dadurch wieder sichtbar. Der Ebenenmodus oder Blendenmodus ist eine Ebeneneigenschaft, die beschreibt, wie verschiedene Ebenen miteinander kombiniert werden um ein zusammengesetztes Bild zu erzeugen. Im Überblend-Modus hellt alles, was heller ist als das gewählte Grau der Ebene ist, das Bild auf, alles was dunkler ist, dunkelt das Bild ab. Die erzeugte Ebene ist vollständig neutral grau, so dass bis jetzt kein sichtbarer Unterschied zum Hintergrundbild erkennbar ist.

Nun wird die Filmkörnungs-Ebene selektiert und der Filter „HSV-Rauschen“ gewählt (RK → Filter → Rauschen → HSV-Rauschen). Dieser Filter fügt ein Rauschen zur grauen Ebene, die das eigentliche Bild überlagert, und erzeugt damit ein Muster, dass einer Körnung ähnelt.

Eine nicht allzu technisches Interpretation der Filterparameter im Sinne der zu erzeugenden Filmkörnung:

  • Wert: die Haupteinstellung für die Granularität und Intensität der Körnung. Erhöht man diesen Wert, wird der Kontrast der Körnung und die Korngröße des hinzugefügten Rauschens erhöht, dadurch erscheint die simulierte Filmkörnung gröber und dunkler.
  • Farbton: Wenn die Sättigung (siehe unten) auf 0 gesetzt ist, hat diese Einstellung den Effekt, das (zufällige) Muster in der Filmkörnung zu verändern. Man kann mit dieser Einstellung herumexperimentieren, bis man ein passendes Muster gefunden hat.
  • Sättigung: Diese Einstellung sollte auf 0 gesetzt werden, es sei denn, man möchte eine farbige Filmkörnung erhalten (zum Beispiel bei einem Farbbild). Soll zum Bild eine farbige Körnung hinzugefügt werden, sollte dieser Slider sowie jener für den Farbton entsprechend eingestellt werden.
  • Festhalten: die Möglichkeit zur Feineinstellung von Granularität und Intensität der Körnung. Diese Einstellungen sollten erst vorgenommen werden, wenn alle anderen Einstellungen schon gemacht sind. Ein höherer Wert für „Festhalten“ bewirkt, dass die Körnung feiner und weniger auffällig ist.

Die Ergebnisse der Veränderungen, die an Wert, Farbton, Sättigung und Festhalten vorgenommen werden, sind im Vorschaufenster der Filtereinstellungen sichtbar (siehe Abbildung 6). Ein Klick auf OK veranlasst den Filteralgorithmus, das Rauschen mit den eingestellten Parametern zu berechnen, als Ergebnis erscheint das Bild mit einem Körnungsmuster. Die Anwendung des Filters kann bei Bedarf mit (Strg-Z) rückgängig gemacht und der Filter mit anderen Parametern erneut ausgeführt werden. Möglicherweise erscheint die Filmkörnung zu grob oder kontrastreich, dies wird jedoch im nächsten Schritt durch die Anwendung eines Weichzeichners geändert.

Abbildung 6. Der HSV-Rauschen-Dialog mit typischen Parametern für die Filmkörnung

Die Schwarzweißfärbung des Bilds hat sicherlich schon ein zufriedenstellendes Ergebnis geliefert, dennoch kann es weiter verbessert werden. Wenn man ein altes Schwarzweißfoto betrachtet, bemerkt man, dass die Filmkörnung am meisten in den mittleren Farbstufen und am wenigsten in Schatten und hellen Bereichen sichtbar ist. Um diesen Effekt nachzuahmen, ist es notwendig, die Art und Weise, wie das Bild „gemischt“ wird, zu beeinflussen, so dass helle Bereiche und Schatten im Bild weniger sichtbare Filmkörnung aufzeigen. In einem früheren Tutorial über Ebenen und Ebenenmasken (siehe „Fixing Photo Contrast with The GIMP“, LJ, April 2003) wurde beschrieben, wie man die Überblendung von Ebenen durch Ebenenmasken beeinflussen kann. Je heller ein Pixel in der Ebenenmaske ist, desto deckender ist das entsprechende Pixel in der Ebene darüber; je deckender es ist, desto stärker ist sein Effekt, wenn es mit einem Pixel in der darunterliegenden Ebene überblendet wird. Der Trick, um den gewünschten Effekt zu erzielen, ist, eine Ebenenmaske mit einer halbinvertierten Kopie des Hintergrundbildes zu erstellen. Dies wird im folgenden erklärt.

Im Ebenendialog wird für die Filmkörnungsebene eine neue Ebenenmaske erstellt (RK auf Filmkörnungsebene → Ebenenmaske hinzufügen). Im sich öffnenden Dialog zur Erstellung einer neuen Ebenenmaske wir die Option „Weiß (volle Deckkraft)“ gewählt, ein Klick auf OK erstellt die Maske. Danach wird wieder die Hintergrundebene selektiert und mit der Maus das Bildfenster selektiert. Mittels (Strg-A) und (Strg-C) wird das gesamte Bild ausgewählt und in die Zwischenablage kopiert (alternativ mit RK → Auswahl → Alles auswählen, RK → Bearbeiten → Kopieren). Im Ebenen-Dialog wird dann das Icon der Ebenenmaske angeklickt (das kleine weiße Viereck neben dem Icon der Ebene, siehe Abbildung 7), anschließend wieder das Bildfenster fokussiert. Strg+V (oder RK → Bearbeiten → Einfügen) fügt das eben kopierte Bild als schwebende Ebene ein, die mit einem Klick auf den Anker-Button im Ebenendialog in die Ebenenmaske eingefügt wird. Nach diesen Schritt sollten die Ebenen so wie in Abbildung 7 aussehen.

Abbildung 7. Zur Ebene mit der Filmkörnung wurde eine Ebenenmaske hinzugefügt.

Abbildung 8. Der Farbkurven-Dialog, Halbinvertierung der Ebenenmaske

Als nächstes wird der Farbkurven-Dialog für die Ebenenmaske geöffnet. Die Ebenenmaske muss dafür selektiert sein (sollte der Zustand nach dem letzten Schritt sein), der Dialog öffnet sich durch RK → Farben → Kurven. Ein Klick in die Mitte des linearen Graphen im Kurvendialog erzeugt einen Kontrollpunkt. Anschließen wird durch Ziehen des oberen rechten Endpunkts des Graphen nach unten eine Parabel erzeugt, so wie es in Abbildung 8 zu sehen ist. Das hat den Effekt, dass die Ebenenmaske halb invertiert wird, so dass alle hellen Punkte in Schatten umgewandelt werden, so dass mittlere Farbtöne die hellsten Stellen im Bild ergeben. Weiterhin kann der Kontrollpunkt in der Parabel etwas nach oben gezogen werden, um die Helligkeit der mittleren Farbtöne etwas zu erhöhen. Die Änderungen an der Farbkurve und damit an der Filmkörnung werden direkt im Bild sichtbar. Ein Klick auf OK wendet die Einstellungen der Farbkurve auf das Bild an und erzeugt einen feinen Unterschied zwischen der Filmkörnung der hellen und dunkleren Bereiche im Bild. Dadurch wird der Körnungseffekt etwas gedämpft, weswegen im vorherigen Schritt der Weichzeichner nicht zu intensiv angewendet werden sollte.

Um den Effekt der Ebenenmaske besser sehen zu können, kann die Maske mit einem Klick auf das Masken-Icon während die Strg-Taste gedrückt wird, ein- und ausgeschaltet werden. Das Masken-Icon wird rot umrandet, wenn die Maske ausgeschaltet ist, ein erneuter Klick mit gedrückter Strg-Taste auf das Masken-Icon lässt die rote Umrandung verschwinden und schaltet die Maske wieder ein.

Als letzter Schritt wird der Filter „Gaußscher Weichzeichner“ angewendet, um die Filmkörnung etwas zu glätten. Jetzt muss wieder die Ebene mit der Filmkörnung (nicht die Maske) selektiert. und danach mit RK – Filter – Weichzeichnen – Gaußscher Weichzeichner auf das Bildfenster der Weichzeichner-Dialog geöffnet werden. Es sollte nur ein sehr kleiner Radius für den Weichzeichner eingestellt werden, sonst wird erstens der Filmkörnungseffekt aufgehoben und zweitens erhält man ein verrauschtes Bild, das keine sichtbare Filmkörnung enthält. Ein Wert zwischen 1 und 3 sollte ausreichend sein, wenn eine hohe Einstellung für „Wert“ im Dialog HSV-Rauschen gewählt wurde. Wenn die Filmkörnung schon zufriedenstellend ist, kann dieser Schritt (Anwendung des Weichzeichners) auch übersprungen werden. Das Resultat aus Abbildung 9 wurde mit den Einstellung für HSV-Rauschen aus Abbildung 6 und Gaußschem Weichzeichner mit einem Radius von 1 Pixel erzielt.

Abbildung 9. Schwarzweiß-Version des Bildes mit simulierter Filmkörnung.

Weiter geht es mit der Sepia-Tönung in Teil 2 des Tutorials.