Ich war noch nie in Paris. Die Stadt steht immer noch auf meiner Reisewünsche-Liste. Ich weiß nicht, ob ich nun so schnell mal nach Paris fahren werde.

Ich weiß gar nicht genau, was ich über Paris denke. Ich bin schockiert und kann nicht verstehen, was da passiert ist. Menschen sprengen sich in die Luft und reißen über 100 andere Menschen in den Tod. Im Namen eines Gottes, der eigentlich für Frieden und Akzeptanz steht.

Was mich fast noch mehr erschreckt, ist die Tatsache, dass ich über die Terroranschläge in Paris nicht so schockiert bin wie über 9/11. Ich erinnere mich, dass wir damals vor dem Fernseher klebten und zunächst dachten, einen grauslig schlechten Film zu sehen, bis wir irgendwann realisierten, dass das keine Special Effects, sondern die bittere Realität war. Der 11. September hallte ganz lange nach, unvergessen sind die Bilder von den Flugzeugen, die in die Tower des World Trade Center krachten. Als ich vor ein paar Wochen am Ground Zero war, war ich sehr ergriffen von diesem Ort, der meine Nackenhaare hochstehen ließ.

Und Paris? Trotz der Nähe zu Deutschland, meinem Zuhause, bin ich nicht halb so erschüttert. Die täglichen Bilder in den Medien, die Terroranschläge und Krieg in Syrien, dem Libanon und unzähligen anderen Orten auf der Welt, verrohen uns und machen den Terror zur Normalität. Das ist so absurd! Und dennoch – nein, gerade deswegen, fühle ich Solidarität und enormes Mitgefühl mit unseren europäischen Nachbarn, deren alltägliches Leben in seinen Grundfesten erschüttert wurde.

Je suis Paris.

 

[Artikelbild: „Peace for Paris“ by Jean Jullien]