In den letzten Jahren gab es an dieser Stelle meine Vorsätze für das neue Jahr zu lesen. In diesem Jahr gibt es keine Vorsätze – weil Neujahrsvorsätze dazu verdammt sind, sich nach anfänglicher Strohfeuerbegeisterung ganz schnell zu verkrümeln und irgendwann ein „Na dann eben nächstes Jahr“ werden. Deswegen also keine Vorsätze dieses Jahr. Kein „Jetzt krempel ich mein Leben um und werde ein ganz neuer Mensch“. Funktioniert eh nicht. Und eigentlich bin ich auch ganz zufrieden. Klar, an einigen Stellen hakt es mal hier und dort und man denkt, das müsste man besser, anders, wasauchimmer machen. Dennoch: trotzdem, dass ich megaviel um die Ohren habe und meine Füße nie still halten kann, fühle ich mich ziemlich ausgeglichen und entspannt. Wenn mich andere Leute auch als Ruhepol sehen, scheint das auch nach außen zu strahlen.

Also, was jetzt folgt, ist keine Auflistung von Vorsätzen, sondern eher ein Statusbericht.

Alltagsorganisation

Mein Alltag ist stressig. Ständig guck ich auf die Uhr, um nicht zu verpassen, wenn ich los muss, um die Kinder einzusammeln oder andere Termine wahrzunehmen. Ich bin der Planer und Macher der Familie. Manchmal würd ich das gerne delegieren, aber genau das fällt mir auch extrem schwer – mal die Zügel aus der Hand zu geben und andere machen zu lassen. Was kann schon schief gehen? Eine Menge, befürchte ich. Aber diese Planer- und Zügelhalter-Rolle gefällt mir eigentlich. Ich habe mehrere Notizbücher, von denen ich mindestens immer eins bei mir habe, um mal eben schnell einen Gedanken aufzuschreiben, der aus dem Kopf raus muss, aber nicht vergessen werden darf. Apps wie Kalender, elektronische Einkaufszettel und To-Do-Listen helfen mir wunderbar, alles festzuhalten und mich dann wieder anderen Dingen zu widmen. Dennoch: fokussieren fällt manchmal echt schwer.

Um so wichtiger ist es, wieder runter zu kommen. Abends, wenn die Kinder im Bett sind, oder auch am Wochenende, gönne ich mir den Luxus, ins Bett zu kriechen, auch wenn noch gar nicht die Zeit dafür ist (was auch immer das heißt), eine Folge „House“ zu gucken oder zu lesen. Auch Tai Chi und Laufen helfen beim Entspannen und Kopf lüften. Wenn ich das mal eine Weile nicht haben kann, wie im Dezember, als ich gefühlt den ganzen Monat erkältet, merke ich, dass ich schnell genervt bin und dringend Bewegung und frische Luft brauche … auch wenn der Schweinehund das anders sieht. Was hilft: Plan machen und Sport-Termine in den Kalender eintragen. Bei Minusgraden warm anziehen und einfach loslaufen. Bei Regen ne Kapuze aufsetzen und loslaufen. Bei Hitze nicht so viel anziehen, viel trinken und loslaufen. Punkt. (Kann bei Gelegenheit mal jemand meinen Schweinehund an diese Sätze erinnern? Danke!) Regelmäßigkeit ist hier schwer, der Alltag mit zwei Kindern, Haus und Garten ist nunmal trubelig, aber ich versuch mein bestes 🙂

Ernährung

Gute Ernährung ist wichtig, um fit und gesund den Alltag zu meistern.

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Meine Box von heute: links der Früchstückslayer mit Süßkartoffel-Thunfisch-Küchlein, Tomaten, Gurken und Feta, rechts der Lunch-Layer mit Süßkartoffel-Blumenkohl-Püree, Mini-Hackbraten und frischem Gemüse.

Nachdem wir letztes Jahr die 30 Tage Paleo-Challenge gemacht haben, haben wir viele Dinge beibehalten, andere aber auch nicht. Es gibt kaum noch Brot und Nudeln (nur für die Kinder) bei uns, von Fertiggerichten und Maggi-Fix-Tüten hatten wir uns schon lange vorher verabschiedet. Wir kochen ganz viel frisch. Das erfordert viel Planung – ist aber durchaus machbar. Wenn ich nicht gerade mittags Salat in der Mensa esse (das einzig gute dort ist die Salatbar), nehme ich mir meine Bento-Box mit. Darin sind meist vorbereitetes Fingerfood und frisches Gemüse. Das Fingerfood bereite ich am Wochenende vor. Gemüse wird geschnippelt und in Tupperdosen im Kühlschrank aufbewahrt. So kann ich mir dann aus dem Baukastensystem meine Box abends zusammenstellen und muss die morgens nur noch aus dem Kühlschrank holen und losdüsen. Kein Stress und immer was gesundes zu Essen dabei (und die Kollegen in der Mensa sind neidisch *hrhrhr*).  Abends gibt es dann was warmes, was vorgekocht wurde oder schnell zusammengeworfen werden kann. Da fällt mir ein, ich sollte mal wieder ein paar Rezepte posten.

Was mich an dem Stempel Paleo mittlerweile echt nervt sind zwei Dinge. Zum einen ist das die immer stärker werden Kommerzialisierung, so dass mit Paleo-Fertigprodukten geworben wird, was überhaupt nicht der Idee, naturbelassene und frische Lebensmittel zu sich zu nehmen, entspricht. Zum anderen sind es die fanatischen Anhänger dieser Ernährungsweise, die völlig dogmatisch anderen Leuten ihr Leben vorschreiben wollen. „Was, du hast Paleo-Pizza gemacht? Das sind Nachbauten, das wollen wir nicht.“ „Wie, du kaufst Fleisch im Supermarkt? Bio muss es sein, das ist doch sonst kein Paleo?“ Geht gar nicht. Ihr glaubt nicht, was so in manchen Foren und Gruppen im Netz abgeht.

Jeder muss für sich selbst herausfinden, was ihm gut tut und was nicht. Und wenn das eben nicht alles Paleo ist, so what? Nennen wir es die „Schnickeldifutz“-Ernährung und alles ist großartig (der Name ist auch viel toller als Paleo). Ich mag die Idee, sich zuckerarm (wohlgemerkt nicht zuckerfrei!) zu ernähren und Dinge zu essen, die eben nicht hochverarbeitet sind. Sie tut mir gut. Mir tut es aber auch gut, mich nicht zu stressen, weil ich jetzt keine linksdrehende Mandelmilch aus den Anden gekauft habe und einfach weiter Kuhmilch in meinen Kaffee tue. Krass oder? (Ich höre das Raunen, das an dieser Stelle durch das Web zieht). Und noch mehr Raunen: Ich esse Süßigkeiten!!!111einself Ich kann und werde nicht darauf verzichten und versuche das ganze, im Rahmen zu halten. Nicht paleo. Aber ich komme damit echt gut klar.

Beruf

Mein Job macht mir Spaß und ich bin traurig, dass mein letztes WiMi-Jahr an der Uni angebrochen ist. Ich mag es, mit Studis zu arbeiten und ihnen Dinge beizubringen. Wir haben ein lockeres Verhältnis und trotzdem habe ich gelernt, klare Grenzen und Regeln zu setzen. Das ist wichtig für alle.  Mit meiner Dissertation bin ich ziemlich allein, was das ganze sehr schleppend macht, aber ich zieh das durch. Irgendwann werde ich auf meinem Facebook-Profilbild einen Doktorhut tragen. Amen. Die Frage ist – was kommt danach? Noch habe ich keine Antwort darauf. Ein bisschen Zeit zum Überlegen hab ich ja noch 😉

Hobbies

Wie gerne hätte ich mehr Zeit, Muße und Fokus für meine Hobbies. Garten, Nähen, Kochen, seit neuestem Ukulele spielen, laufen, Tai Chi, fotografieren, lesen, Filme, Musik, Schreiben … ich könnte die Liste noch endlos lang fortsetzen. Es gibt so viele coole und spannende Dinge, die ich gern mal probieren würde. Aber ich habe meinen Frieden damit gemacht, dass ich nicht alles schaffen kann, zumindest nicht auf einmal. Zu viele To-Dos auf die Liste setzen macht nur Stress und Stress in der Freizeit ist nicht gerade produktiv. So pick ich mir raus, was ich schaffe, worauf ich Lust habe, was mir Spaß macht und Entspannung bringt.

Es geht mir gut. So richtig. Habt ein großartiges Jahr 2016.