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11.03.2019 – Krank

Der Abend gestern begann schon mit Kopfschmerzen und endete mit frühem zu Bett gehen.

Heute richtig umgelegen — nachdem alle Kindelein in ihren Schulbussen saßen, bin ich wieder ins Bett gekrochen und hab den Großteil des Tages auch ebenda verbracht. Meh. Hoffe, Ingwertee und ausruhen hilft.

Ohne Social Media fühlt sich immernoch merkwürdig an, vor allem in „langweiligen“ Situationen, wo man nichts „schweres“ lesen will. Oh je, was ist nur aus meinem Hirn geworden? Ich schieb es auch mal gerade ein bisschen auf die Erkältung.

10.03.2019 – Der Hund und ich

Grundstimmung: nass und müde

Eigentlich sollte es ja ein chilliger Sonntag werden, nachdem wir gestern den ganzen Tag gewerkelt, aufgeräumt und geputzt hatten. Nun ja, ganz mit Nichtstun ging es dann leider doch nicht, die Familie wollte Mittagessen und überhaupt. Also raffte ich mich auf, nachdem der Liebste auf dezenten Hinweis heute morgen das Hundrauslassen übernommen hatte, warf ein Gulasch zusammen und setzte Brotteig an — heute wieder ein schnelles Hafer-Dinkel-Brot, nachdem ich gestern in der Wuselei vergaß, Sauerteig anzusetzen. Wir frühstückten spät und ich schnappte mir den Hund, um mit ihm zum Hundetreff zu fahren.

Es regnete in Strömen, lustig war es trotzdem. Mein kleiner Testosteron-Kloppi hatte wieder einen Schub und wurde nicht müde, sich auf die Schafe und zahlreichen anderen Hunde (insbesondere die Hündinnen) stürzen zu wollen – ich hatte gut zu tun. Lustigerweise hat die anschließende Freifolge-Übung richtig gut geklappt und wir haben sogar die Challenge gewonnen. Nachdem er nochmal richtig mit den anderen Rüden über’s Gelände ballern durfte, sind wir dann patschenass und etwas durchgefroren wieder nach Hause gefahren.

Den Rest des Nachmittags verbrachten wir mit Kaffee, Tee und Buch auf der Couch. Also doch noch etwas chillig, der Sonntag.

Nun etwas kopfschmerzig und müde, hoffe nicht, dass ich krank werde.

09.03.2019 – Frühjahrsputz part one

Grundstimmung: zufrieden, aber mit Rücken

Lange geschlafen (OK, halb 7 kurz mit dem Hund raus, danach aber nochmal hingelegt) und mit der ganzen Familie in Ruhe gefrühstückt. Geht leider immer nur am Wochenende.

Eigentlich wollte ich im Garten was machen, aber das Wetter war sowas von ungemütlich, dass ich keinen großen Drang hatte, rauszugehen. Sturm und immer wieder Regen – eigentlich Wetter für Flauschdecke, Tee und ein dickes Buch.

Stattdessen das Haus geputzt (oy, war echt mal wieder gründlichst dran) und mit K2 dessen Zimmer entrümpelt und gesäubert. Gruselig, was sich da so ansammelt. K2 bastelt unheimlich gern, was man sehr gut an Glitzerkleberresen und überall Papierschnippeln sehen kann. Drei große Säcke Kuscheltiere auf den Dachboden ausrangiert. Krass, wie groß so ein Zimmer wirken kann mit weniger Krempel drin.

Zwischendrin noch schnell ein Mittagessen zusammengeworfen – heute gab es das bei der ganzen Familie beliebte Buttermilchhähnchen von Samin Nosrat – und ich hatte hinterher wieder genug Reste zum Brühe kochen *freu*. Das Rezept braucht ein wenig Planung, ist aber in der Zubereitung super easy, ein paar Ofenkartoffeln dazu und Buttergemüse – voilà.

Nachmittags kurze Kaffeepause mit Feedreader, dann weiter Entkruschen bei K2. Da kein Facebook und Twitter-Konsum mehr, wieder viel mehr Blogs lesen. Find ich gut.

Zum Abendessen haben wir uns zum ersten Mal an selber geklöppelte Tacos gewagt – also so richtig selber machen, aus Masa Harina. Der Liebste war so begeistert, nachdem er die an einem Streetfood Stand in den Staaten gegessen hatte, dass wir das mal probieren wollten. War ganz schön aufwändig (kein Essen für unter der Woche), dafür sehr lecker und super zum Verwerten der Hähnchenreste vom Mittag.

Jetzt hab ich so ein bisschen Rücken und werde mich mit der letzten Folge Grey’s Anatomy und einem Glas Rotwein (oder zwei :-P) aufs Sofa verziehen. Der kleine Hund wartet schon.

Morgen mach ich mal gar nix. Oder fast nix. Naja.

Technik-Bla: Es wurmte mich so ein bisschen, dass — nachdem ich meinen Instagram-Account deaktiviert hatte — hier im Blog so viele tote Links sind. Naja, aktivier ich das wieder, lasse aber die App auf dem Handy gelöscht, dann guck ich nicht rein. Gesagt, getan. Links im Blog immer noch tot. Meh. Access denied, irgendein Zugriffstoken verwurstet. OK, dann eben nicht. Nun kann ich aber den IG-Account nicht wieder deaktivieren, weil man das wohl nur einmal pro Woche tun darf und ich soll es später nochmal probieren. Gnarf.

08.03.2019 – Hoch die Hände Wochenende

Grundstimmung: fragmentierter Tag macht fragmentierte Gedanken.

Der Wecker klingelte wie immer punkt 5 Uhr. Es gelingt mir nur sehr selten, dann gleich aufzustehen, meistens malträtiere ich noch ein paar Mal die Schlummertaste, so auch heute.

Ich schälte mich dann aus dem Bett, ließ den Hund in den Garten und macht mir mein Breakfast of Champions™ – schwarzer Kaffee und ein Glas Wasser. Seit einiger Zeit mache ich Intervallfasten und das erste Essen gibt’s erst später.

Kurz darauf dann die Kindelein aus ihren Betten geworfen, befrühstückt, fertig gemacht, zum Bus geschickt/gefahren.

Erste Schreibtischrunde, ein bisschen Buchhaltung und werkeln am Kundenprojekt. Später Wochenend-Einkauf – wo kommen nur immer die ganzen beigen Leute her? Egal um welche Zeit ich einkaufen gehe, sie sind immer da.

Zurück zu Hause spätes Frühstück, die nächste Schreibtischrunde. Mittag geht’s eine Runde mit dem Hund in den Wald, nachdem dieser recht nervös neben meinem Schreibtisch rumtänzelte. Er erträgt seinen neuen Maulkorb, den wir ihm auftrainieren, mit Würde und sieht ein wenig aus wie Bane. Wir sehen unterwegs Rehe und dicke Regentropfen. Ich ärger mich ein wenig, dass ich mich nicht aufraffen konnte, die Laufschuhe anzuziehen, aber immerhin gehen wir eine große Runde.

Am Nachmittag trudelt K1 ein und ich hole K2 vom Schulbus ab. Die Woche ist geschafft und jeder verzieht sich erstmal in sein Zimmer zum Ruhe haben und Runterkommen. Der Liebste schlägt auch zu Hause auf und hat Blumen zum Frauentag mitgebracht. Hachz. Ein zweites Blümchen gibt es von einer lieben Freundin.


Technik-Bla: Im Blog/auf der Domain mal noch ein SSL-Zertifikat installiert. Bemerkt, dass es gar nicht so einfach ist, im neuen WordPress-Editor Sonderzeichen einzugeben, der Knopf dafür ist verschwunden *mpf* . Das ™-Zeichen oben hab ich per Copy&Paste von einer anderen Seite eingefügt.

Quote of the day:

If you don’t produce, you won’t thrive — no matter how skilled or talented you are.

Cal Newport. Deep Work, 2016. S. 32

Kinder ins Bett gekippt, jetzt mit dem Liebsten die letzte Discovery-Folge gucken und Essen vom Inder naschen.

Hallo, noch jemand da?

Hust hust … wow, beeindruckend wieviel Staub und Spinnweben sich so in 18 Monaten in einem Blog ansammeln können, wenn man sich nicht mehr drum kümmert.

Ich dachte, ich seh hier mal wieder nach dem Rechten, aber es scheint alles noch zu halten, keine Blessuren, der Anstrich sieht immer noch ordentlich aus.

Zum ersten Mal benutze ich nun auch den Gutenberg-Editor, der seit dem letzten Major Release in WordPress enthalten ist und das gefällt mir richtig gut. Das Schreiben fühlt sich besser an, weniger technisch.

Was ist in der Zwischenzeit passiert?

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Auf den Hund gekommen

Seit Samstag haben wir nun ein neues Familienmitglied. Unser kleiner Labrador-Mix-Welpe Scotty ist bei uns eingezogen. Wir waren alle sehr aufgeregt. Die Kinder haben in der Woche vorher jeden Tag gefragt, wie oft sie noch schlafen müssen, bis wir Scotty abholen.

Die Heimfahrt war dann auch wirklich aufregend, der kleine Wauz hat sich kurz vor der Ankunft zu Hause übergeben müssen – die Schaukelei war er einfach noch nicht gewohnt. Gott sei dank war ich vorbereitet und hatte nicht nur eine Decke, sondern auch Handtücher dabei, so dass wir das Malheur schnell beseitigen konnten.

Zu Hause wurde dann erstmal ganz viel rumgeschnüffelt und der Kater begrüßt. Der ist von dem kleinen Energiebündel  noch mäßig begeistert und macht einen großen Bogen um Scotty. Wenn er ihm doch mal zu nahe kommt, faucht Luna ihn an und sucht das Weite. Er braucht wohl noch ein bisschen, um sich an den neuen Mitbewohner zu gewöhnen. Wir allerdings auch. Alles ist wieder ein bisschen anders, fast als ob man nochmal ein Baby im Haus hat, auf dessen Zeichen man erst lernen muss zu achten. So ging das ein oder andere Häufchen bisher nicht in den Garten sondern ins Haus. Wir üben noch.

Die erste Nacht war OK, Scotty hat bis 5 Uhr geschlafen und wurde dann unruhig. Ich hab ihn mir geschnappt und in den Garten verfrachtet, wo er brav sein Geschäft erledigt hat und wir dann nochmal bis 8 Uhr geschlafen haben.

Unsere erste gemeinsame Woche wird spannend – der Liebste ist auf Dienstreise so dass ich den Alltag mit Kindern, Kater und Welpe nun erstmal allein stemmen muss. Ich versuche, entspannt zu bleiben – irgendwie geht das schon und die Kinder sind ja auch nicht mehr so ganz klein. Besonders der Große ist stolz wie Bolle, nun einen Hund zu haben und räumt sogar freiwillig Häufchen weg, so lange er die coole Leckerli-Tasche mit der Rolle Kacktüten mit sich rumschleppen darf.

Heute morgen ist Scotty sogar schonmal 10 Minuten allein geblieben, als ich Kind 2.0 in die Kita gebracht habe. Er lag brav im Flur auf seiner Decke und hat sich mit seinem Spielzeug beschäftigt. Er steht – wie wohl alle Welpen dieser Welt – total auf Schuhe und hatte sich auch meine Sandalen geschnappt, die aber das ganze unbeschadet überstanden haben.

Am Samstag geht es in die Welpenschule, mal sehen, wie das wird. Ich bin gespannt.

 

Drei Wochen ohne Facebook

Ich habe mein Facebook-Profil deaktiviert. Obwohl ich auf Facebook sehr aktiv war – Beiträge geschrieben, geteilt, geliked, Nachrichten geschrieben.

Obwohl? Nein, eher genau deswegen. Zu groß war die Ablenkung. Da war so ein nagendes Gefühl im Hinterkopf, dass mich innerlich dazu zwang, ständig nachzuschauen, ob nicht jemand meinen Status geliked hat oder ob es nicht ein neues süßes Katzenvideo gab.  Völlig sinnloses Zeug. Meine sowieso schon knappe Freizeit wurde von geistigem Junk Food gefressen. Und ein paar meiner Gehirnzellen gleich mit. Es hat mir Energie geraubt und mich ausgepowert – dieses ständige Unter-Strom-Sein, ständig in der Erwartungshaltung, dass irgendwas passiert.

Ich wollte das nicht mehr. Ich habe gemerkt, dass mir das nicht gut getan hat. Die ständige Ablenkung von Arbeit und anderen wichtigen Aufgaben haben an meiner Aufmerksamkeit geknabbert und ich konnte mich nicht mehr richtig konzentrieren. Ich habe versucht, meine Facebook-Zeit einzuschränken, aber das gelang mir nicht konsequent. Rückblickend fühlte sich das wirklich wie eine Art Suchtverhalten an. Ich konnte nur noch eins tun: die Notbremse ziehen.

Mein Facebook-Account ist deaktiviert. Mein Profil ist nicht mehr sichtbar, man kann mir keine Nachrichten mehr schicken und ich tauche nicht mehr in irgendwelchen Gruppen auf.

Die ersten Tage waren seltsam. Das Verlangen, mal bei Facebook reinzuschauen, war immer wieder da, und dann kam die Erkenntnis, dass es da ja nichts mehr zu schauen gibt.  Ich hatte Angst, ich könnte etwas verpassen – ein Phänomen, das auch unter FOMO bekannt ist (fear of missing out).

Und was ist passiert? Nichts. Die Erde dreht sich weiter, ich verpasse nichts wirklich (und wenn, war es schlichtweg nicht wichtig). Mittlerweile fühle ich mich tatsächlich etwas befreiter. Ich hatte auf Facebook viele „Freunde“, von denen sich tatsächlich nur zwei per Whatsapp erkundigt haben, warum mein Account weg ist. Sie haben es gemerkt, weil sie mir etwas schicken wollten. Der Rest hat es vielleicht einfach noch nicht bemerkt, oder es ist einfach egal. Diese Vernetzung lässt die Welt näher zusammenrücken, sorgt aber gleichzeit dafür, dass Verbindungen zwischen Menschen weniger stark und zuverlässig sind.

Facebook ist immernoch eine tolle Möglichkeit mit Leuten in Kontakt zu bleiben. Aber das Informationsrauschen war mir einfach zu viel. Ich will das nicht mehr.

In diesem Zusammenhang habe ich letztens ein sehr interessantes Interview gelesen. In „Warum ist Mensch sein zurzeit eigentlich so anstrengend?“ sprechen die  Zeit-Redakteure Tobias Hürter und Max Rauner mit Yuval Harari darüber, welche Anforderungen die Gesellschaft an die Menschen stellt und welche Probleme das mit sich bringt. Eine Passage ist mir besonders im Gedächtnis geblieben und ich denke  nun schon seit einigen Tagen darüber nach. Yuval Harari spricht davon, dass der Mensch durch die Technisierung und Digitalisierung unserer Leben den Kontakt zum eigenen Körper verloren hat. Die ganzen Hilfsmittel – immer verfügbares Wissen und Informationen wie Wikipedia-Seiten und Kalender-Erinnerungen verführen uns zum Faulsein. Auf seine Sinne muss man sich nicht mehr verlassen können. Ich muss mir z.B. keine Termine oder Telefonnummern mehr merken, ist ja alles im Smartphone gespeichert, und das habe ich sowieso immer dabei. Das ist tatsächlich so eine Fähigkeit, die mir abhanden gekommen ist. Ich kann mir keine Termine mehr merken und muss tatsächlich Sonntag abends in mein Handy gucken, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie die kommende Woche wird. Die Achtsamkeit leidet. Details aus Gesprächen gehen in meiner Erinnerung verloren, wahrscheinlich gehen sie unter im Informationsrauschen, mit dem ich mich sonst so zudröhne.

Ich glaub, ich muss mal auf Informations-Diät.

Artikelbild: Free Software Foundation

Auf der Suche nach der perfekten E-Mail App

Nachdem es nun am Wochenende so viel neuen Input zum Optimieren von persönlichen Arbeitsprozessen gab, bin ich beim Implementieren von Inbox Zero auf der Suche nach einer besseren E-Mail-App.

Bisher nutze ich Thunderbbird unter Linux auf dem PC, Apple Mail auf dem Laptop und K-9 auf dem Smartphone. Das ging auch bisher gut, da ich Mails nicht sortiert habe, sondern gegebenenfalls beantwortet und gelöscht. Vor allem war meine Inbox aber einfach nur ein Datendump und davon will ich weg.

Meine heterogene Systemlandschaft macht es mir nun schwer, ein Tool zu finden, dass auf allen Plattformen zufriedenstellend läuft. Dazu kommt noch, dass ich 4 Mail-Accounts habe, die ich auch gern parallel nebeneinander laufen lassen möchte. Unter Thunderbird und Mail ging das durch „Unified View“ bzw. durch die gemeinsame virtuelle Inbox gut, dass ich nur noch an einem Ort meine Mails gecheckt habe. Nun hätte ich aber weitere solcher Unified Ordner wie „To-Do“ oder „Delegiert“, die ich selbst anlegen kann und durch Filter/Shortcuts schnell befüllen kann. Und da wird es dann schwierig.

Meine Anforderungen an eine Mail-App sehen in etwa folgendermaßen aus:

  • muss multiple Accounts unterstützen
  • ich möchte Ordner Account-übergreifend anlegen, wo ich meine Mails nach dem abrufen einsortiere. Diese Ordner können gern virtuell, also sowas wie Smart Folders oder gespeicherte Suchen sein
  • ich muss Filter anlegen können, die eine Aktion triggern, was das Einsortieren in die Folder ermöglicht. Ich möchte also sowas haben wie „Wenn Mail mit XY getagged, dann erscheint sie im virtuellen Ordner „To-Do“
  • Schön wären Tastatur-Shortcuts für das Anlegen solcher Eigenschaften (Tag setzen oder ähnliches), so dass ich bequem meine Mails per Tastatur in die Ordner einsortieren kann
  • Die App sollte ein intuitiv zu bedienendes und minimalistisches Interface haben (da ist K-9 z.B. ganz grauslig)
  • Einfache Integration mit Evernote und Todoist, gern auch mit Instapaper. Bisher hab ich das über E-Mail-Weiterleitungen geregelt, aber bequemer wäre es, wenn ich nur einen Button klicken oder einen Shortcut drücken müsste
  • Die App sollte auf OSX und Android funktionieren oder zumindest ein Web-Interface haben, das man gut von mobilen Geräten aus bedienen kann. (Auf eine Linux-Variante verzichte ich, das ist für mich kein Killerfeature, da ich den PC meistens nur zum Entwickeln benutze und die Chance, dass die App alle Plattformen unterstützt, eher gering ist).

Ein paar Kandidaten hab ich mir angeschaut, aber ich kann es gleich vorweg nehmen – DIE eine richtig gute App hab ich bisher nicht gefunden.

Thunderbird – war mein bisher Mail-Client unter Linux. Mittlerweile kommt mir Thunderbird ziemlich altbacken aus, was nicht nur an der antiken UI liegt. Da fehlt es einfach an Eleganz und Leichtigkeit. Macht keinen Spaß. Sharing-Funktionen zu Evernote oder Todoist gibt es nicht eingebaut und kann nur via E-Mail-Weiterleitung gelöst werden. Unified Folders gibt es nur auf der Standardebene – Inbox, Sent, Junk, etc., ich kann aber keine eigenen Unified Folders anlegen. Ein Workaround wäre, gespeicherte Suchen zu verwenden und die virtuellen Ordner darüber zu realisieren.

Die Mail.app unter OSX ist mein Client auf dem Macbook. Die UI von Mail sieht besser aus, hat aber im Prinzip den selben Funktionsumfang und damit die gleichen Probleme wie Thunderbird. Keine nativen Sharing-Funktionen, keine globalen Unified Folders. Meh.

Dann hab ich mir noch Newton angeguckt. Gefällt optisch sehr gut, hat eine tolle Sharing-Funktion für Evernote und Todoist, dafür kann man weder Filter noch Ordner anlegen. Und dann kostet das ganze Ding auch noch 50EUR im Jahr O_o. Da ist meine Schmerzgrenze dann doch überschritten.

Mittlerweile bin ich auch bereit, zumindest meine privaten Mails in eine Inbox zu konsolidieren, aber sonst hätte ich schon gern eine Trennung von privaten und geschäftlichen E-Mails.

Nun überleg ich, wie ich das ganze eventuell doch mit Evernote und Filterize umsetzen kann. Wenn meine Ordner eben als Notizbücher in Evernote anlege und die per Filterize befülle, ist das vielleicht eine gute Lösung. Ich werde das mal probieren und Euch berichten.

 

 

Die Paperless Pioneers Conference 2017 (PPC02)

Am vergangenen Wochenende hat es mich gemeinsam mit Pascal nach Düsseldorf verschlagen. Grund dafür war nicht der Japan-Tag oder die Toten Hosen, sondern die 2. Paperless Pioneers Konferenz (PPC02). Die Paperless Pioneers sind eine deutsche Community, die sich den Themen papierloses Büro, Produktivität und allem drumherum widmet. Ende letzten Jahres habe angefangen, mich stärker für das Thema zu interessieren, was dazu geführt hat, dass ich mittlerweile zertifizierte Evernote-Beraterin und Irgendwie-Mitstreiterin bei filterize bin.

Ich war super-gespannt auf das Konferenzprogramm und natürlich auch darauf, mal ein paar Leute aus der Community „in echt“ kennenzulernen. Mit dem Zug (dank Frühbucher-Rabatt ein sehr günstiges 1. Klasse-Ticket ergattert) ging es Freitag nach Düsseldorf, wo es am Samstag relativ früh mit der Konferenz losging.  Neben einer sehr tollen Location und vielen noch tolleren Leuten gab es großartige Vortäge zu Werkzeugen, Anwendungen und Prozessen, die dich der Vision vom papierlosen Büro ein Stückchen näher bringen.

Zwei Vortäge haben mir besonders gut gefallen und haben noch lange nachgehallt. Der Vortag von Gordon Schönwälder von den Podcast Helden mit dem Titel „Vom Chaoten zum professionellen Berater mit Todoist“ war nicht nur für mich interessant, da ich selber gerade von Wunderlist zu Todoist gewechselt bin (nachdem Microsoft angekündigt hat, das Wunderlist zu „Microsoft To-Do“ wird *örks*). Vor allem die persönlichen Geschichten und  der lockere Vortragsstil von Gordon hat dafür gesorgt, dass sein Vortrag einfach Spaß gemacht hat. Was mir der Talk persönlich gegeben hat – es ist nicht wichtig, welche Priorität die Aufgabe hat, die ansteht – es ist wichtig, dass du sie erledigst. Das klingt jetzt erstmal ein wenig provokant, ist aber folgendermaßen gemeint. Sicher kennt ihr das auch, dass es so Tage gibt, wo man abends das Gefühl hat, dass man nichts geschafft hat. Das liegt oft daran, dass wir ganz viele kleine „unwichtige“ Dinge gemacht haben, die nicht im Taskmanager stehen. Die dicken, „wichtigen“ Aufgaben stehen dann da immer noch und wurden nicht abgehakt. Das ganze suggeriert – du hast heute GAR NICHTS gemacht und das ist das, was dieses ungute Gefühl hinterlässt. Wenn man sich jedoch darauf einlässt, auch die anderen Sachen einzutragen und abzuhaken – „Kinder zum Sport fahren“, „Wäsche waschen“, „für die Familie kochen“, „Wochenplan schreiben“, … – und sich dann mal abends anschaut, was man alles gemacht hat, ist der Tag auf einmal doch gar nicht mehr so unproduktiv gewesen. Das war für mich so ein absolutes Aha-Erlebnis. Der Mann hat recht. Mir geht es oft so, dass ich soviel Alltags-Orga-Kram an der Backe habe, dass ich mit meiner „eigentlichen“ Arbeit nicht so voran komme, wie ich das gerne hätte. Aber das heißt ja nicht, dass ich nichts gemacht habe und den ganzen Tag nur Netflix geguckt hätte. Ganz im Gegenteil – ich hab ne riesige Liste Aufgaben erledigt und abgehakt. Bämm! Ein netter Nebeneffekt ist dann auch noch, dass man bei Todoist jede Menge Karma-Punkte sammelt 😉 (dazu an anderer Stelle mehr).

Der zweite Vortrag, der in meinem Kopf so einiges in Gang gebracht hat, war von Lars Bobach, dessen Blog ich schon seit einer Weile verfolge. Der Titel von Lars‘ Vortrag war „Produktiver und fokussierter Arbeiten – Selbstmanagement im Papierlosen Büro“. Der etwas generische Titel verrät nicht allzu viel von dem, was Lars erzählt hat. Auch hier waren es wieder die persönlichen Anekdoten und Geschichten, die die Message rübergebracht haben. Lars hat darüber berichtet, wie er Meistertask einsetzt, um seine kurz- und langfristigen Ziele zu verfolgen und zu erfüllen. Es war jedoch nicht das Werkzeug oder die Methode, warum mir der Vortrag recht naheging. Zwei Sätze habe ich mir in meinen Vortragsnotizen fett markiert: Die Frage “Was würdest du tun, wenn du wirklich mutig wärst?” und  “Erst ich, dann die anderen. Nur wenn es mir gut geht, kann ich auch dafür sorgen, dass es anderen gut geht.“

Über den ersten Satz habe ich nun schon eine Weile nachgedacht und es arbeitet immer noch – eine Antwort hab ich für mich bisher noch nicht gefunden. Der zweite Satz hat sehr ins schwarze getroffen und mich einigermaßen irritiert – im positiven Sinne. Das war so ein kleines Erdbeben, das mir einiges bewusst gemacht hat und woran ich nun arbeiten werde. Viel zu oft stelle ich vermeintlich wichtigere Dinge vor meine eigenen Bedürfnisse und das tut mir auf Dauer nicht gut. Weder was meine Produktivität angeht, noch meine Gesundheit. Viel zu oft lasse ich das Sporttreiben sausen, weil ich erst noch XY erledigen muss, was gerade weiter oben auf der Prio-Liste steht. Danke Lars für diesen Denkanstoß. Ich kann gar nicht sagen, wie recht du hast. Es ist mal wieder Zeit, die eigenen Prioritäten und Aufgaben einem Realitätscheck zu unterziehen.

Deswegen habe ich nun heute auch den ganzen Tag (und eigentlich auch schon einen Teil des Wochenendes) damit verbracht, meine E-Mail-Inbox leerzuputzen (Inbox Zero) und mein Todoist neu zu sortieren und wirklich alle Aufgabe, vor allem auch private, dort einzutragen. Mein Kopf ist wie wild am Arbeiten, so sehr, dass ich sogar Samstag nacht, als ich völlig übermüdet sehr spät ins Bett bin, nicht einschlafen konnte.

Ich habe mir Lars‘ Implementation von „Getting Things Done“ – „Lars gets things done“ angeschaut und mir da einige Sachen abgeguckt. So richtig rund ist es noch nicht, vor allem mit meiner E-Mail-Konfiguration bin ich noch nicht zufrieden – offenbar sind meine Anforderungen und Systemlandschaft zu speziell für Off-the-shelf-Lösungen. Nun ja, mal gucken. Auch dazu hier an dieser Stelle später mehr.

Als Fazit für die PPC02 kann ich einfach nur ein dickes Danke rausschicken – an die Paperless Pioneers, allen voran André, Enrico, Merlin und Carla, an Pascal, der mir von der Konferenz erzählt hat, an die Vortragenden, die sich an einem Samstag bereit erklärt haben, uns etwas von ihrer Zeit zu geben und natürlich den ganzen Konferenzteilnehmern, die dem ganzen Event eine nette Atmosphäre verliehen haben.

See you 2018 in Berlin auf der PPC03!

Bye bye 2016, hello 2017

Es ist der letzte Tag des Jahres und es wird Zeit, einen kurzen Rückblick zu schreiben.

2016 war unheimlich viel los auf der Welt. Viel Krieg, viel Leid, viel Unsinn und Unglaubliches. Viele Musiker und Schauspieler, die ich gerne mochte, sind gestorben. Was bleibt sind ihre Filme und ihre Musik, durch die sie unvergessen bleiben.



In Syrien herrscht ein Krieg, dessen Kräfte und Positionen ich nicht mehr durchschauen kann. Es bringt den Menschen so unglaubblich viel Leid. Ausgebombte Städte, Menschenopfer, frierende und hungernde Kinder. Das schreibe ich jetzt hier so aus meinem warmen Arbeitszimmer ohne das ich etwas ändern kann, ich kann nur mein Mitgefühl ausdrücken. weiterlesen →