Schlagwort: flut

Danke!

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So ganz langsam wagen wir, leise aufzuatmen. Noch steht das Wasser recht hoch (6,57m heute morgen an der Strombrücke), aber es hat den Höchststand von der Flut 2002 wieder unterschritten. Über 1 Meter ist das Wasser seit Erreichen des Scheitels am Wochenende wieder gefallen. Die Dämme und Deiche scheinen zu halten, die Lage hat sich spürbar entspannt. Dennoch steht hier noch verdammt viel Wasser und beinahe täglich gibt es Auffahrunfälle auf der A2, weil die Leute, die über die Elbrücken fahren, wie gebannt auf das riesige überflutete Gebiet starren und dann in den Vordermann reinfahren.

Einige der evakuierten Bewohner in Magdeburg durften bereits in ihre Häuser zurück und machen sich nun an die Aufräumarbeiten, die sicherlich noch eine Weile andauern werden. Das Alte Dorf in Lostau steht weiterhin unter Wasser, der Pegel muss wohl unter 6 Meter fallen, bevor die Anwohner zurück in ihre Häuser können.

Wir alle sind immer noch überwältigt von der Anteilnahme und Hilfsbereitschaft der Leute, die aus ganz Deutschland gekommen sind, um Sand zu schippen, Säcke zu transportieren, Kuchen zu backen oder anderweitig mit anzupacken. Ohne diese ganze Hilfe hätten wir das nicht geschafft und Lostau wäre sicherlich überflutet worden.

Von mir ganz persönlich auch noch ein dickes Danke an Michel Vorsprach, der viele Fotos und vor allem Infos rund um die Lage in Lostau gebloggt und getwittert hat. Neben Facebook und Twitter war das die Informationsquelle Nummer 1 in den letzten Tagen.

Hier gibt es noch ein paar beeindruckende Bilder vom überfluteten Gebiet in und um Lostau und dem Kampf gegen die Wassermassen.

Land unter in Lostau


[Foto: Thomas Drechsel, volksstimme.de]

Zuerstmal: danke für die vielen E-Mails und Facebook-Nachrichten – uns geht’s gut, unser Haus steht in einem höhergelegenen Teil des Dorfs und wir sind ziemlich sicher, dass wir keine nassen Füße bekommen werden.

Anderen geht es leider nicht so gut. Das Alte Dorf von Lostau ist komplett abgesoffen (im Foto oben rechts). In dem elbnahen Dorfteil steht bis zu einem halben Meter hoch das Wasser in den Häusern. Der momentane Maximalpegel liegt bei 7,46m (gemessen an der Strombrücke in Magdeburg), das sind >70cm mehr als bei der Flut 2002.

Die Uni in Magdeburg hat den Lehrbetrieb seit Freitag 12 Uhr eingestellt, erstmal bis einschließlich morgen, eventuell aber auch länger.

So beängstigend und furchteinflößend die Wassermassen sind, die sich ihren Weg durch die Elbauen und den Umflutkanal bahnen, so überwältigend und rührend ist die unglaubliche Solidarität und Hilfsbereitschaft unter den Menschen. Leute kommen aus ganz Deutschland hierher, weil sie die Aufrufe im Radio gehört haben, und schippen Sandsäcke voll und sichern die Deiche.

Twitter und Facebook sind zu den wichtigsten und aktuellsten Informationsquellen geworden. Hier tauchen immer die neuesten Nachrichten zeitnah auf und Hilfsangebote werden koordiniert. Der helle Wahnsinn, wie das alles funktioniert.

Also, alles gut bei uns persönlich, aber es bleibt spannend. Wir hoffen, dass die Deiche – alte als auch schnell errichtete Notdeiche – halten und wir bald bei den Aufräumarbeiten mit anpacken können. Es wird viel zu tun geben …