Schlagwort: konzert

Musik und so

Die letzte Woche war arbeitsreich. Das war toll. Arbeit, die richtig Spaß gemacht hat. Sehr befriedigend. Der Code floß nur so aus meinen Fingern. Das gute Wetter hat auch dazu beigetragen, weil man eben auch draußen arbeiten konnte.

Mein Outdoor-Office 🙂

Freitag ging es nach Berlin ins Olympiastadion. Phil Collins ist auf „Still not dead yet“-Tour und wir hatten das Glück, zwei Tickets zu ergattern. Mike Rutherford, alter Genesis-Mitstreiter, und seine Mechanics spielten als Vorband, konnten aber in Sachen Stadion-Pop nicht wirklich einheizen. Schade.

Als die Show dann losging, der erste Schockmoment. PC humpelt am Gehstock ächzend langsam auf die Bühne und nimmt auf einem Stuhl Platz, von dem er aus das ganze Konzert bestreiten wird. „It sucks getting old“ meint er, und ich hab mich ganz schön erschrocken, _wie_ alt er geworden ist. Im Vergleich zu Bruce Springsteen, der noch 2 Jahre älter ist .. oh oh. Nun ja, Nervenerkrankung und Rücken-OP haben ihre Spuren hinterlassen und ich ziehe meinen Hut, dass er dennoch auf Tour geht. Hammer war sein Sohn am Schlagzeug, der seinem alten Herrn absolut das Wasser reichen kann und ebenso wie PC früher Drum-Battles mit dem Percussionisten ausfocht. Grandios.

Und sonst – große Hits, bekannte Lieder, die Leute textsicher. Schöne Stimmung, wenn auch ein bisschen seicht für meinen Geschmack. Nach 2 Stunden und einem Song als Zugabe („Take me Home“) war Schluss, mehr ging wohl nicht.

Aber was ist eigentlich kaputt bei den ganzen Leuten mit ihren Smartphones??? Leute, genießt den Moment, die Atmosphäre, saugt das mit Augen und Ohren auf und nicht über euren scheiß Handy-Bildschirm. Niemand, aber auch niemand guckt sich verwackelte Videomitschnitte oder Fotos an, die mit Superzoom 50m von der Bühne entfernt gemacht worden sind. Das ist euer Moment, eure Erinnerung, die ein Foto oder ein Video nie einfangen und wiedergeben kann. Das könnt nur ihr selbst. Mal davon abgesehen nervt es extrem – besonders als nicht so ganz groß gewachsener Mensch, ständig auf die Screens der Vordermänner zu schauen.

Der Krach der Republik

2013-08-09 16.21.48

Noch ein kurzer Nachklapp vom vergangenen Samstag …

Wir waren ein paar der Leute (ca. 50.000), über die sich der Schockwellenreiter wunderte, dass sie Geld für Tickets ausgeben – wir waren beim Toten Hosen Konzert auf dem Rollfeld des alten Tempelhofer Flughafens. Die schon vorher angekündigten 50.000 verkauften Tickets hatten mich doch ein bisschen in Sorge versetzt, aber gottseidank haben sich die Menschenmassen auf dem riesigen Gelände gut verteilt. Kurz nach halb 5 kamen wir am Gelände an und haben nach einem komplett entspannten Einlass ohne Drängeln und Schubsen sogar ein grünes Bändchen bekommen, mit dem wir in das erste Drittel des Zuschauerbereichs vor der Bühne durften. Eine grandiose Kulisse, die Bühne war direkt vorm Terminal aufgebaut.

Kurz nach 18 Uhr sagte Andi unter Jubel die erste Vorband an und schon legten die Broilers los – netter melodiöser Punk mit Ska- und Rockabilly-Einflüssen. Gefiel Open Air noch besser als beim letzten Hallenkonzert 2012.

Nach kurzer Umbau und Einstimm-Phase sagte Campino persönlich dann die nächste Band an: Kraftklub. Öhm, nun ja. Die Jungs haben sich redlich bemüht, aber die Musik ist nun so gar nicht meins. Und wohl auch nicht die vieler anderer Fans, die gelangweilt auf die Bühne guckten und eigentlich nur auf die Hosen warteten.

Ich weiß nicht genau, wie spät es war, als die Hosen dann endlich auf die Bühen gebrettert sind, da mein Handy sich zwischenzeitlich akkumäßig verabschiedet hatte, aber da ging dann echt der Punk ab und ich habe gemerkt, dass so ein Hosenkonzert genau vor der Bühne absolut kein Kindergeburtstag ist. Während sich bei den Vorbands nur kleine Moshpits gebildet hatten, aus denen man sich noch gut raushalten konnte, ging jetzt ein Geschubse und Geschiebe los, dass ich keine Kontrolle mehr darüber hatte, in welche Richtung ich mich wie wohin bewege. Panik! Der Liebste hat mich dann in Rambo-Manier aus der Menge rausgezerrt und wir haben den Rest des Konzerts von der Seite vor der Bühne genießen dürfen. Puh!

Aber hey, das Konzert war eines der besten Hosen-Konzerte, das ich erlebt habe. Die Leute haben von Anfang bis Ende jeden einzelnen Titel gefeiert, mitgesungen, mitgetanzt, mitgeklatscht. Die Hosen haben tief in die Repertoire-Kiste gegriffen und sowohl Titel vom letzen Album als auch Klassiker wie „Bonnie und Clyde“ oder „Hier kommt Alex“ zum Besten gegeben.

Ein Höhepunkt war sicherlich auch der Auftritt von Jess, seineszeichens Sohn von Drummer Vom, und seiner Freundin Meg, die nur mit Gitarre und Hammergesang „The Lion and the Lamb“ und „Call of the Wild“ spielen. Bevor sie jedoch loslegen dürfen, singen 50.000 Leute für Meg „Happy Birthday“, da an diesem Tag ihren 17. Geburtstag feiert.

Nach drei Zugaben, von denen eine auf einer Minibühne in der Mitte des Zuschauerraums stattfand, ging ein großartiges Konzert zu Ende, das Vorfreude auf das nächste macht.