In den letzten Jahren gab es an dieser Stelle meine Vorsätze für das neue Jahr zu lesen. In diesem Jahr gibt es keine Vorsätze – weil Neujahrsvorsätze dazu verdammt sind, sich nach anfänglicher Strohfeuerbegeisterung ganz schnell zu verkrümeln und irgendwann ein „Na dann eben nächstes Jahr“ werden. Deswegen also keine Vorsätze dieses Jahr. Kein „Jetzt krempel ich mein Leben um und werde ein ganz neuer Mensch“. Funktioniert eh nicht. Und eigentlich bin ich auch ganz zufrieden. Klar, an einigen Stellen hakt es mal hier und dort und man denkt, das müsste man besser, anders, wasauchimmer machen. Dennoch: trotzdem, dass ich megaviel um die Ohren habe und meine Füße nie still halten kann, fühle ich mich ziemlich ausgeglichen und entspannt. Wenn mich andere Leute auch als Ruhepol sehen, scheint das auch nach außen zu strahlen.

Also, was jetzt folgt, ist keine Auflistung von Vorsätzen, sondern eher ein Statusbericht. weiterlesen

Banksy's caveman

So, damit sind die magischen vier Wochen hinter uns und irgendwie ging das dann doch sehr schnell. Es gibt nicht wirklich viel herausragendes zu berichten, was ich in den Wochen zuvor noch nicht getant habe. Subjektiv fühle ich mich besser, ich bin nicht mehr so groggy wie noch am Anfang und meine Haut im Gesicht ist besser geworden, finde ich.

Ab der kommenden Woche gibt es wieder ab und zu Milchprodukte, aber im großen und ganzen werden wir diese Ernährungsweise beibehalten. Vielleicht geben wir dem ganzen nicht mehr den Stempel „paleo“, sondern fassen das ganze eher unter „Real food“ zusammen – Gerichte aus frischen Zutaten, keine Chemie, kein Zucker. Das tut uns sehr gut. Das schließt dann auch nicht aus, dass es mal eine Erbsensuppe (mit in Molke eingeweichten Erbsen, um Antinährstoffe einzudämmen) oder ein Sauerteigbrot (selbstgebacken, versteht sich) gibt. Aber vor allem eben viel frisches Gemüse, Eier, Fisch und Fleisch. Sich mal ein wenig traditionelle Rezepte und Zubereitungsmethoden anzuschauen, schadet auch nicht.

Ich habe in der Zeit meinen Kaffeekonsum um 2/3 verringert, was mir auch gut tut – nachdem ich in der ersten Woche doch ziemlich mit Koffein-Enzugserscheinungen zu kämpfen hatte. Jetzt gibt es morgens Tee statt Kaffee, dafür aber nach dem Mittagessen einen Becher Kaffee mit Milch als Nachtisch.

Ich kann also sagen, dass das Experiment erfolgreich war und wir uns eine neue Ernährungsweise angeeignet haben, die wir beibehalten werden. Und ganz nebenher bin ich auch noch 4 Kilo leichter – bye bye Winterspeck!

[photo credits: Lord Jim]

Banksy's caveman

Ups, ich bin etwas spät dran mit dem Bericht von Woche 2.

Soweit gibt es auch gar nicht so viel zu berichten. Wir essen weiterhin nach Plan viel frisches Gemüse, Eier, Fleisch und sonst nicht viel weiter. Aber ich muss sagen, Woche 2 fand ich schwerer als die erste Woche, weil ich langsam doch einen Jieper auf Kaffee, Milch und auch ein bisschen Süßes kriege. Am Samstag hatte ich ein Paleo-Bananenbrot gebacken, das war schön süß durch die reifen Bananen, das hat das Verlangen nach Süßem sogar noch verstärkt. Heute hatten wir auf Arbeit eine  Geburtstagsrunde und ich hab sogar vom Kuchen probiert und eine Tasse Kaffee getrunken – ganz entspannt (auf die belegten Brötchen hab ich allerdings verzichtet). Lustigerweise hab ich mich heute Nachmittag besser gefühlt, wacher und besser drauf. Vorher war ich irgendwie lethargisch und ewig müde. Vielleicht lags am Kaffee, vielleicht auch daran, dass ich heute endlich ein wichtiges Paper final zur Veröffentlichung eingereicht habe und so für den Moment ein bisschen Last von meinen Schultern gerutscht ist. Auf jeden Fall geht’s morgen ganz ohne Zucker und Getreide weiter 🙂

Wir ziehen die restlichen 14 Tage der Challenge jetzt auch noch durch. Ein paar Aspekte werden wir sicherlich dauerhaft in unseren Lebensstil aufnehmen, aber nicht alles für immer 100%. Ich glaube, es ist besser, ganz entspannt mit der Sache umzugehen und sich auch mal was zu erlauben, als sich zu stressen und letztendlich mit irgendwelchem Zuckerzeug vollzufressen, weil man so gefrustet ist. Was mir aber wirklich an Paleo gefällt, ist das viele frische Essen, das bewusste Zeit nehmen zum Kochen und die vielen leckeren Rezepte, die man in Büchern und im Netz so findet. Das macht Spaß und ich freue mich schon auf dem Sommer, wenn das Gemüse aus dem eigenen Garten auf den Tisch kommt. Auf gehts, die dritte Woche läuft.

[photo credits: Lord Jim]

Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sontag
Frühstück Omelette mit Brokkoli Beeren-Smoothie Omelette mit Bacon Bananen-Kaffee-Smoothie Omelette mit Brokkoli Ofenei mit Schinken Apfel-Eier-Muffins
Mittagessen gemischter Salat gemischter Salat gemischter Salat gemischter Salat gemischter Salat Rinder-
geschnetzeltes (SC)
Spanferkel-
rollbraten mit Sauerkraut (SC)
Abendessen Bolognese (Rest vom Samstag Süßkartoffel-Moussaka Rinder-Curry (SC) Rinder-Curry (SC) Paleo-Pizza Gemüsesticks mit Guacamole gemischter Salat
Snack Gemüsesticks, Kokosnuss Buletten, Gemüsesticks Gemüsesticks, Kokosnuss gekochtes Ei, Gemüsesticks Buletten, Gemüsesticks gekochtes Ei, Gemüsesticks Gemüsesticks

SC=Slow Cooker

Banksy's caveman

Die erste Woche des Paleo-Experiments liegt hinter uns und ich will kurz erzählen, wie es uns so ergangen ist.

Wir hatten ja die ganze Woche durchgeplant, wann wir welche Mahlzeiten essen und dementsprechend am Wochenende auch viel vorbereitet. Gemüse geschnippelt, Kokosnuss aufgehämmert und zerkleinert, kleine Kokos-Küchlein vorbereitet, Essen vorgekocht bzw. dafür eingekauft, um die Arbeitslast in der Woche möglichst gering zu halten und nicht in Versuchung zu kommen, aus Mangel an Alternativen irgendwelchen Mist zu essen.

Ich muss sagen, das hat soweit ganz gut funktioniert. Zum Frühstück gab es Omelette mit Gemüse oder einen Smoothie, Mittags in der Mensa einen Salat (man kann über die Mensa sagen was man möchte, aber das Salatbuffet ist wirklich gut) und abends haben wir dann warm gegessen – Reste vom Wochenende und frisch gekochte Sachen. Zwischendurch gab es dann kleingeschnippeltes Gemüse, ein Stück Thai-Frittata (die war geschmacklich OK, aber nicht herausragend) oder Kokosnuss. Planung ist wirklich alles. Daran muss ich mich noch gewöhnen, wirklich so weit vorzuplanen.

Heute morgen haben wir mal die Pfannkuchen aus dem Paleo Buch* probiert, die waren aber nicht so der Renner. Geschmacklich OK, aber leider sind sie völlig zerfallen (strukturelle Integrität, my ass) und waren mehr so eine Art Kaiserschmarren. Und irgendwie haben sie einen Jieper auf Süßes ausgelöst. Nicht gut.

Dafür war die Thai-Curry-Suppe total lecker! Omnomnom.

In den ersten Tagen der Woche hing ich körperlich etwas durch. Müde, Kopfweh, Frieren. Glaubt man dem Buch und dem Internet, können diese Symptome davon kommen, dass der Körper erstmal auf Kohlenhydrat-Enzug ist. Ich glaube bei mir war es auch der Kaffee-Entzug. Zumindest habe ich viel geschlafen in der letzten Woche, weil ich sehr früh ins Bett gegangen bin, weil ich einfach so unglaublich müde war. Augen zu und weg.

Interessanterweise vermisse ich Brot und Nudeln gar nicht so sehr und es war sehr leicht, meinen Kollegen einen Korb zu geben, die am Mittwoch zum Mittag in irgendeinen Burger-Laden wollten. Was mir aber echt fehlt sind Käse und Milch (vor allem Kaffee mit Milch). Mal schauen, wie sich das so entwickelt, aber nach den 30 Tagen werde ich bestimmt wieder ab und zu Milchprodukte einführen.

Angeblich soll man sich ja irgendwann ganz ganz toll und wach und energiegeladen fühlen. Wahrscheinlich ist es nach einer Woche noch viel zu früh, zumindest warte ich noch auf diesen atemberaubenden Zustand.

Woche #2 ist geplant und vorbereitet, also let’s go.

[photo credits: Lord Jim]