Irgendwie ist es immer doof, wenn man ganz viel schreiben wollte (täglich!), es dann aus 1538 verschiedenen Gründen nicht getan und nun versucht, wieder einzusteigen.

Anyway, ich schreib einfach mal los, was mir grad so in den Sinn kommt.

Ich laufe gerade wieder ganz viel, mache immer noch Taiji und gehe seit einigen Monaten ins Fitnessstudio zum Krafttraining, was ich bisher immer sträflich vernachlässigt habe. Meistens gleich ganz früh morgens, kurz vor sieben, wenn der Rest der Familie auch das Haus verlassen hat, schwing ich mich mit Sporttasche ins Auto oder mit Hund in die Laufschuhe und los geht’s. Es tut mir so unglaublich gut! Nicht nur körperlich, vor allem seelisch, was mir sehr sehr wichtig ist, vor allem in der dunklen Jahreszeit, wo ich zu depressiven Episoden neige. Es ist das berühmte Kopffreilaufen, dass mir so viel Entspannung bringt, aber auch das wachsende Selbstbewusstsein bei der Beobachtung der eigenen Fortschritte. Grandios, wozu der Körper in der Lage ist, wenn man regelmäßig trainiert.

Das Laufen und ich, es ist war so ein Hassliebe. Ich weiß, wie gut es mir tut, aber im tiefsten Herzen werde ich wohl die Couch-Kartoffel bleiben, die sich viel lieber mit Schmusedecke und Buch auf der Couch einmummelt. Mittlerweile hab ich mich damit arrangiert, dass es kein entweder oder ist, sondern man durchaus beides nacheinander tun kann 🙂 Ich als strukturierter Mensch brauche Pläne und Ziele, an denen ich mich langhangeln kann, und genau diese Pläne helfen mir auch, nicht einzuknicken und am Ball zu bleiben.

Was noch hilft? Andere Menschen, die diese Begeisterung teilen. Die langen Läufe (derzeit so ca. 12-13km) mache ich immer noch sehr gern allein, weil das einfach meditativ ist. Aber in der Gruppe ist es eben auch schön und so ziehe ich mit einer bunten Truppe aus der besten Hundeschule der Welt — natürlich mit Hunden — ab und zu eine Runde und das ist einfach schön. Natürlich zählen dazu auch Leute, mit denen mach fachsimpeln kann über Schuhe und Strecken und die vielleicht ein wenig genau so bekloppt ist wie man selbst.

Was nicht hilft? Leute, die Negativität verbreiten, die einen noch „von früher“ kennen und mit der Veränderung offenbar nicht klarkommen. Die versuchen, witzig zu sein und einen mit zynischen Kommentaren klein zu machen. Muss ich nicht haben, solche Leute werden dann eben aussortiert und der Kontakt auf ein Minimum beschränkt. Ich bin zu alt für den Scheiß.

Nicht zu alt bin ich für neue Ziele und die Verwirklichung von Träumen. Das große Ziel für 2020: durch’s Brandenburger Tor laufen. Am 27. September mit noch ein paar anderen. Ich freue mich unglaublich auf dieses Abenteuer! #berlinhallelujahberlin